Panorama

Kunst oder Schmiererei: Bürgervotum zu Graffiti

Nicht nur deutsche Kommunen geben Unsummen öffentlicher Gelder für das Entfernen von Graffiti aus. Im britischen Bristol versucht man es nun anders.

Dieses Banksy-Werk ging bei einer Online-Auktion für 278.000 Euro weg.
Dieses Banksy-Werk ging bei einer Online-Auktion für 278.000 Euro weg.

Was ist eigentlich Kunst? Das soll den Menschen im britischen Bristol nicht länger von den Behörden vorgeschrieben werden. In der Heimatstadt des weltberühmten Street-Art-Künstlers Banksy sollen die Bürger künftig selbst darüber entscheiden, welche Graffitis im Straßenbild erhalten und welche entfernt werden sollen.

Die Stadtverwaltung will auf ihrer Internetseite Fotos von Wandbildern hochladen und diese zur Abstimmung stellen. Neben dem freiheitlichen Gedanken gibt es auch einen finanziellen Vorteil: "Es ist doch einfach lachhaft, so viele öffentliche Gelder für das Wegschrubben der Graffitis auszugeben, obwohl die Menschen sie mögen", erklärte Stadtrat Gary Hopkins. Zudem seien sie mittlerweile eine Touristenattraktion.

Die in Großbritannien bisher einzigartige Regelung dieser Art soll in den kommenden Wochen vom Stadtrat verabschiedet werden. Die Aktion hat ihren Ursprung in einem Streit über ein Wandbild des Künstlers Banksy, für das sich bereits im Jahr 2006 über 90 Prozent bei einer Online-Umfrage aussprachen. Jüngst hatte eine ausverkaufte Banksy-Ausstellung 300.000 Besucher nach Bristol und umgerechnet knapp zwölf Millionen für die Wirtschaft der Region gebracht.

Quelle: n-tv.de

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