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Post sieht nicht gerne rot: Bunte Briefe kosten mehr

Verbraucherschützer sind empört, denn bunte Briefe kosten bei der Post mehr als weiße - und kaum ein Kunde weiß etwas davon. Wer seine Weihnachtspost in farbige Umschläge packt, muss bei der Post einen satten Aufschlag bezahlen. Oder damit rechnen, dass der Brief zurückkommt.

Mehr als 70 Millionen Briefe stellt die Post nach eigenen Angaben täglich in Deutschland zu.
Mehr als 70 Millionen Briefe stellt die Post nach eigenen Angaben täglich in Deutschland zu.(Foto: picture-alliance/ dpa)

90 statt 55 Cent kostet es, wenn man einen Standardbrief nicht in einem weißen, sondern in einem roten, grünen oder blauen Umschlag verschickt. Auch Postkarten mit einer farbigen Rückseite kosten 90 Cent – statt der üblichen 45 Cent, ein Aufschlag von 100 Prozent. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein kritisiert die Regelung.

In einem Interview mit den "Lübecker Nachrichten" begründet Postsprecher Martin Gundler den Aufschlag mit einem höheren Aufwand. So müssten die farbigen Umschläge per Hand sortiert werden. Die Post werde im Briefzentrum maschinell gelesen und mit aprikotfarbenen Strichcodes für die Adresse bedruckt. "Die Sortiermaschinen orientieren sich an diesen Codes, und die sind auf einem roten Untergrund nicht lesbar", so Gundler.

"Regelrecht geheim gehalten"

Die Verordnung sei nicht neu. "Aber in der Vorweihnachtszeit treten die Probleme natürlich gehäuft auf." Wenn Briefe oder Postkarten nicht ausreichend frankiert seien, müsse entweder der Empfänger Porto nachzahlen - oder die Post lande wieder beim Absender. "Das Risiko besteht durchaus", sagt der Postsprecher.

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein weist die Post nicht ausdrücklich genug auf den Aufschlag beim Porto hin. "Das Thema scheint auf der Internetseite der Post regelrecht geheim gehalten zu werden", so Rechtsreferent Thorsten Meinicke.

Quelle: n-tv.de

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