Panorama

52 Tote nach ÜberschwemmungenChinesen klagen über Behörden

23.07.2012, 12:59 Uhr
imageHier kommt der Autor hin
362x5131-jpg3131293770547852837
Viele Teile der Stadt sind komplett überflutet. (Foto: dpa)

An den Überschwemmungen in Peking sollen auch die die mangelnde Vorbereitung der Behörden und die veraltete Kanalisation schuld sein. Diese stammt teilweise aus der Kaiserzeit. In der chinesischen Hauptstadt waren offiziell 37 Menschen durch die Wassermassen gestorben – doch diese Zahl wird stark bezweifelt.

Nach den schweren Überschwemmungen in Peking mit mindestens 37 Toten wächst die Wut der Menschen über die nach ihrer Auffassung mangelnde Vorbereitung der Behörden. Bis Montagmorgen äußerten fast neun Millionen Internetnutzer unverhohlen ihren Ärger, dass die Behörden offenkundig selbst von dem Ausmaß der Überschwemmungen in der Hauptstadt überrascht worden seien und versäumt hätten, die Einwohner rechtzeitig zu warnen. Viele kritisierten zudem Pekings veraltetes Abwassersystem, das teilweise noch aus der Kaiserzeit stammt. Andere zweifelten an der offiziellen Opferzahl.

362y0241-jpg6546355856913135667
Die Wassermassen richteten große Schäden an. (Foto: dpa)

Die heftigsten Regenfälle seit mindestens 60 Jahren hatten am Wochenende in Peking für chaotische Zustände gesorgt. Vielerorts brach das Kanalsystem zusammen, in manchen Straßen stand das Wasser bis zu einem Meter hoch. Mindestens 37 Menschen starben nach Angaben der Behörden, sieben weitere gelten noch als vermisst. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete 15 weitere Tote und 19 Vermisste in der benachbarten Provinz Hebei.

"Nichts, auf das man stolz sein könnte"

Bis zu 66.000 Menschen mussten in Peking in Sicherheit gebracht werden. Zehntausende Passagiere saßen am Flughafen von Peking fest, weitere 10.000 Touristen strandeten in einem beliebten Ausflugsort im benachbarten Bezirk Fangshan. Eine der wichtigsten Zufahrtstraßen von Peking blieb auch einen Tag später überflutet. Die Behörden gaben die Schäden mit insgesamt rund 10 Millionen Yuan (1,3 Millionen Euro) an.

Die Zeitung "Global Times" äußerte sich kritisch über die Katastrophenprävention der Behörden. "Wenn in der Hauptstadt Peking derartiges Chaos ausbricht, wie schlimm müssen dann erst die Infrastrukturprobleme in anderen Orten sein", kommentierte das Blatt.

Staatliche Medien lobten die Solidarität der Einwohner und berichteten, dass durch das Unwetter 17 Wasserreservoirs der Stadt wieder gut gefüllt seien, deren Speicher wegen jahrelanger Dürre gefährlich zur Neige gegangen seien. Ein Internetnutzer kommentierte das mit den Worten: "Peking wurde von einem riesigen Regensturm schachmatt gesetzt, die gesamte städtische Infrastruktur hat versagt - da gibt es nichts, auf das man stolz sein könnte".

Quelle: ntv.de, AFP