Panorama

Wieder Panne mit Giftspritze in USA: Das Sterben dauerte zwei Stunden

In den USA kommt es erneut zu einer Exekutionspanne: Über eine Stunde nach der Injektion einer Giftspritze windet sich Joseph Wood immer noch vor Qualen. Der Fall dürfte die Debatte um Hinrichtungen mit unerprobten Giftmischungen wieder neu entfachen.

US-Todeskandidat Joseph Wood starb einen qualvollen Tod.
US-Todeskandidat Joseph Wood starb einen qualvollen Tod.(Foto: Reuters)

Im US-Bundesstaat Arizona ist ein zweifacher Mörder nach einem fast zweistündigen Todeskampf qualvoll gestorben. Noch etwa eine Stunde nach der Injektion der tödlichen Giftspritze habe der 55 Jahre alte Joseph Wood geschnaubt und nach Luft geschnappt, schrieben seine Verteidiger in einem Eilantrag ans Gericht, um die Hinrichtung zu stoppen.

Wood wurde 1991 zum Tode verurteilt, weil er seine Ex-Freundin und deren Vater ermordete. Die Hinrichtung war zunächst ausgesetzt worden, da Wood vor dem Obersten Gericht geklagt hatte, um nähere Informationen zur verwendeten Giftmischung zu erhalten. Das Gericht machte die Entscheidung dann aber rückgängig und gab schließlich grünes Licht für die Hinrichtung, ohne die Entscheidung näher zu begründen.

Der in Arizona verwendete Mix aus dem Schmerzmittel Hydromorphon und dem Medikament Midazolam, mit dem Patienten vor Operationen beruhigt werden, war in den USA erstmals im Januar eingesetzt worden.

Giftmischungen teilweise nicht erprobt

Die USA haben Probleme bei der Versorgung mit den für die Giftinjektionen verwendeten Mitteln, seitdem die europäischen Zulieferfirmen sich weigern, dafür das Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. Mehrere der 32 US-Bundesstaaten, die noch die Todesstrafe vollstrecken, benutzen seitdem neue Mittel, die teils aber nicht offiziell zugelassen und erprobt sind.

In den USA tobt seit Monaten eine heftige Debatte um die verwendeten Giftmischungen, seitdem im April ein Todeskandidat in Oklahoma einen qualvollen Tod starb. Dem 38-Jährigen war beim Spritzen eines Gifts eine Vene geplatzt. Er verzerrte das Gesicht, wälzte sich umher und schnappte nach Luft, statt bewusstlos zu werden. Erst 43 Minuten später setzte nach einem Herzinfarkt der Tod ein.

Quelle: n-tv.de

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