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Schön ist das ja - aber kalt eben auch.
Schön ist das ja - aber kalt eben auch.(Foto: dpa)

"Gruselkabinett" wohl auch zu Ostern: Das Wetter bleibt eisig

Der März ist einfach viel zu kalt - das sagen nicht nur die frierenden Deutschen, das sagt auch n-tv Meteorologe Björn Alexander im Interview. Er kann die Wetterlage nur als "Gruselkabinett" bezeichnen. Die Lage bleibt frostig. Sogar der Osterhase muss sich wohl einen dicken Pelz umwerfen - oder eine Regenjacke.

Am 20. März 2013 um 12.02 Uhr steht im Kalender "Frühlingsbeginn". Davon will das Wetter aber bisher wohl nichts wissen, oder?

Leider nein. Denn es bleibt spätwinterlich mit den schon zur Gewohnheit gewordenen Temperaturgegensätzen zwischen den milderen Werten im Süden und Südwesten und den deutlich kälteren Temperaturen in der Nordosthälfte. Sprich: Die Luftmassengrenze, die unser Wetter seit einiger Zeit bestimmt, bleibt uns vorerst einmal erhalten. Ganz hoffnungslos lassen uns die Wettermodelle aber nicht aufs Wochenende beziehungsweise in die nächste Woche blicken. Denn zumindest können wir auf mehr Sonne und Beständigkeit hoffen. Auch wenn richtiges Frühlingsfeeling mit entsprechenden Temperaturen im Monat März wohl ein Wunschtraum bleiben wird.

Hier in Berlin würden wir uns schon freuen, wenn der Schnee endlich aufhören würde. Wie sehen die Chancen aus?

Gerade den Osten und den Norden hat es in Sachen Schneefall aber auch wirklich hart getroffen. Da liegen selbst im Flachland gerne mal 5 bis 20 Zentimeter Schnee, stellenweise mehr. Außerdem massive Schneeverwehungen besonders im Nordosten beziehungsweise in Richtung Ostseeküste und gefühlte Temperaturen von minus 5 bis minus 10 Grad in den Morgenstunden. Da gleicht der Blick auf die Wetterkarten schon mal einem meteorologischen Gruselkabinett. Im Westen und Süden ist es in Sachen Eiszeit hingegen schon deutlich entspannter. Aber gut: Höchsttemperaturen von 5 bis 12 Grad zum kalendarischen Frühlingsbeginn sind auch nicht wirklich prickelnd. Und es kann an einem 20. März ja auch wirklich ganz anders aussehen. Gehen wir zum Beispiel ein Jahr zurück. 2012 entsprach der 20. März absolut der Jahreszeit: freundliche bis sonnige Werte, die meist zwischen 10 und 17 Grad erreichten. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Die teilweise extremen Schneefälle im Norden und Osten neigen sich ihrem Ende zu. Nach letzten Flocken am Donnerstag setzt sich trockeneres Wetter mit deutlich mehr Sonne durch. Allerdings werden die Nächte dann noch einmal richtig eisig.

Was erwartet uns?

Wenn ich auf die Prognose für den Sonntagmorgen blicke, dann sehe ich schon wieder einmal rekordnahe Tiefstwerte für das letzte Drittel im Monat März. Unter längerem Aufklaren und über Schnee sind im Norden und Osten sowie in den Mittelgebirgslagen durchaus minus 8 bis minus 12 Grad möglich. Da ist sogar auch noch ein bisschen Luft nach unten. Und auch im Westen und Süden ist es am Wochenende in den Frühstunden verbreitet frostig, oft bei minus 5 bis 0 Grad. Am Oberrhein vielleicht noch um plus 1 Grad. Und wenn ich auf die gefühlten Temperaturen, also den sogenannten Windchill, blicke, dann sind wir wieder beim Gruselkabinett.

Oh je ...

Leider doch. In der Nordosthälfte geht es gefühlt mit minus 9 bis minus 15 Grad in den Sonntag. Ansonsten sind es vielfach minus 3 bis minus 8 Grad. Grund ist der mitunter eisige Ostwind. Und angesichts der allgemein frostigen Werte in den Nächten ist auch klar: das Thema Straßenglätte wird uns weiter erhalten bleiben.

Wie sieht der Wetterablauf denn bis zum Sonntag aus?

Er weiß, wie es draußen wird: Björn Alexander.
Er weiß, wie es draußen wird: Björn Alexander.

Nach letzten Schnee- oder Regenfällen, die wir bis zum Donnerstag noch überstehen müssen, können wir uns am Freitag wahrscheinlich über einen trockenen und zeitweise sonnigen Tag freuen. Höchstens im Ostseeumfeld könnte es noch ein paar Schneeschauer geben. Dazu bleiben die Temperaturen kontrastreich: der spätwinterliche Nordosten mit 0 Grad, der Südwesten bekommt bis zu 13 Grad. Samstag im Westen tendenziell wolkiger und wechselhafter. Ansonsten freundlich und trocken bei 0 bis 11 Grad. Sonntag bleibt die Nordosthälfte auf der trocken-kalten und sonnigen Seite, während es im Süden und Westen unbeständiger weitergeht. Höchstwerte dann bei minus 1 bis 10 Grad. Montag wahrscheinlich noch etwas kälter bei minus 2 bis 10 Grad mit Sonne im Norden und Schnee- oder Schneeregenschauern im Süden.

Wie geht es im Anschluss weiter?

Zur Mitte der Karwoche deutet sich allgemein trockenes Wetter an. Die Temperaturen könnten von Westen her damit auch endlich mal wieder ansteigen. Dass es aber auf ein ordentliches Frühlingsniveau geht, ist recht unwahrscheinlich. Damit ist auch klar: Der März 2013 wird in der Statistik ziemlich sicher als ein deutlich zu kalter März festgehalten werden. Momentan ist er in der Nordhälfte - gemessen am Gesamtmonat - etwa 2 bis 4 Grad zu kalt. Südlich der Mitte ist es etwa 1 Grad weniger als durch Monatsdurchschnitt.

Frierende Osterhasen - das will doch nun wirklich keiner.

Na ja, es ist ja noch viel Zeit und der Ostermontag fällt ja schon in den April. Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, ob das mit der trockenen und eher kalten Variante nicht vielleicht die günstigere ist. Denn es gibt auch Berechnungen, die pünktlich zum Osterwochenende eine südwestliche Strömung durchbrechen lassen. Das wäre zwar eine spürbar mildere, aber dafür auch eine ziemlich nasse Geschichte. Kurzum: für Ostern ist noch vieles möglich. Und vielleicht wird es ja auch der Mittelweg: trocken und mild. Nach dem unendlichen Winter wäre das ja mal eine richtig schöne Sache.

Wünsch dir was beim Wetter. Darüber sollten wir noch sprechen ...

Aber auf jeden Fall. Zu Beginn der nächsten Woche wissen wir mehr.

Da die Osterferien vor der Tür stehen: Wie sieht es in den klassischen Urlaubsregionen aus?

Auch eher bescheiden. Natürlich kann das Quecksilber Richtung Mittelmeer gerne mal auf bis 15 bis knapp 20 Grad klettern. Jedoch lassen auch dort die Tiefs mit kalter Luft immer wieder Schauer und Gewitter aufkommen. Am nächsten Wochenende schwerpunktmäßig am westlichen und am zentralen Mittelmeer. Danach verlagert sich die größte Schauertätigkeit eher ans östliche Mittelmeer. In den Alpen hat sich die Schneesituation im Vergleich zur letzten Woche etwas entspannt. Denn auch unter 1000 Metern hat sich häufig wieder eine Schneeauflage ausgebildet. Außerdem sorgen die frostigen Nächte in den Skigebieten dafür, dass künstliche Beschneiung und Pistenpräparation auf Touren kommen konnten. Und wen es in sportlicher Hinsicht - zum Windsurfen beispielsweise - eher aufs Wasser zieht: Nord- und Ostsee sind momentan noch sehr kalt mit einem bis maximal 5 Grad. Die Wassertemperaturen im Mittelmeer liegen oft bei 11 bis 14 Grad. Richtung Ägäis sind es sogar 14 bis 17 Grad.

Quelle: n-tv.de

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