Panorama
Pfefferspray darf in Deutschland nur zur Abwehr aggressiver Tiere eingesetzt werden.
Pfefferspray darf in Deutschland nur zur Abwehr aggressiver Tiere eingesetzt werden.(Foto: dpa)

Nach Übergriffen in Köln: Deutsche kaufen massenhaft Pfefferspray

Seit den Übergriffen in der Silvesternacht explodiert die Nachfrage nach Mitteln zur Selbstverteidigung. Pfefferspray gehört zu den Top-Sellern der Branche. Doch Experten warnen: Beim Kauf gibt es einiges zu beachten.

Video

Seit den Übergriffen in Köln sind Pfefferspray und andere Selbstverteidigungsmittel nach Branchenangaben stark gefragt. "Die Fachgeschäfte bemerken seit Silvester noch einmal einen massiven Anstieg der Nachfrage", sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB), Ingo Meinhard.

Bereits nach den Anschlägen in Paris im November seien viele besorgte Menschen gekommen, um sich über solche "freien Abwehrmittel" zu informieren und diese zu kaufen. "Sie kommen nun mit den Bildern von Silvester und fragen: Was kann ich tun, um mich selbst zu schützen?"

In der Silvesternacht hatten sich am Kölner Hauptbahnhof nach Angaben der Polizei aus einer Menge von rund 1000 Männern heraus Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen.

In einem Kölner Kaufhaus für Outdoor-Ausrüstung war Pfefferspray in den ersten Tagen nach Silvester zeitweise ausverkauft, wie ein Sprecher bestätigte. Es habe kräftig nachbestellt werden müssen. In einigen Geschäften für Schieß- und Jagdbedarf in Köln sieht das Bild ähnlich aus.

Es gebe ein "subjektives Bedrohungsgefühl", mit dem die Menschen in die Geschäfte kämen, sagte Verbandsgeschäftsführer Meinhard. Wichtig sei jedoch, sich vor dem Kauf zu informieren, gerade auch über die Rechtslage. Pfefferspray zum Beispiel dürfe nur zur Abwehr aggressiver Tiere eingesetzt werden. Wer sich bedroht fühle, könne sich CS-Gas in die Tasche stecken, ein extrem lautes Alarm-Gerät oder eine spezielle Blend-Lampe.

Meinhard schätzt, dass sich 2015 der Umsatz mit Pfefferspray, Reizgas oder Schreckschusswaffen im Vergleich zum Vorjahr "mindestens verdoppelt" habe. Konkrete Zahlen lägen dem Verband mit Sitz in Marburg aber noch nicht vor. Derzeit laufe dazu eine Studie, das Ergebnis werde im Februar erwartet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen