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Auf der Bundesstraße 6 zwischen Blankenburg und Wernigerode im Harz wird ein Lkw vermutlich infolge einer Sturmböe umgeworfen.
Auf der Bundesstraße 6 zwischen Blankenburg und Wernigerode im Harz wird ein Lkw vermutlich infolge einer Sturmböe umgeworfen.(Foto: dpa)

"Alexandra" macht das Wetter mies: Deutschland erwartet schweren Sturm

Ein Orkantief streift Deutschland und hat schwere Sturmböen sowie einen Schwall erwärmter Meeresluft im Gepäck. Die Folge ist ein ordentlicher Temperaturanstieg. Ein echter Winter ist nicht in Sicht.

Ein ungewöhnlich starkes Orkantief über dem Atlantik beschert Deutschland schwere Orkanböen. An der Nordseeküste und in den Mittelgebirgen müssen sich die Menschen auf Stürme bis Windstärke 12 gefasst machen. Selbst über das Flachland fegt der Wind mit in den kommenden Tagen mit bis zu 110 Kilometern je Stunde hinweg.

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Auf Helgoland wurde bereits in der Nacht zum Mittwoch eine Windgeschwindigkeit von 101 Stundenkilometern gemessen, auf dem Brocken im Harz sogar 123. Ursache ist Tief "Alexandra", das südöstlich von Island liegt und zum Nordmeer weiterzieht. Es bringt aber nicht nur Sturm, sondern auch milde Luft nach Deutschland: Für Freitag erwarten die Wetterforscher bereits wieder Temperaturen von bis zu elf Grad.

Am Donnerstag muss deutschlandweit allerdings mit stürmischem nasskalten Aprilwetter mit teils kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Es gibt einzelne schwere Böen, die auf den Gipfeln der Mittelgebirge bis zu 120 Stundenkilometer erreichen können. Dazu kommen Schneeregen- und Graupelschauer bis in tiefe Lagen mit lokaler Glätte - auf den Mittelgebirgen oberhalb von etwa 500 Meter werden Schneeverwehungen und glatte Straßen erwartet.

Auf "Alexandra" folgt dann "Billie" - ebenfalls mit extrem starken Winden. "Ein sogenannter Schnellläufer rast am Freitag vom Atlantik über die Nordseeküste Richtung Dänemark", sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander. "Er kann sowohl an der Nordsee wie auch auf den Mittelgebirgen einzelne Orkanböen bis 120, Brocken bis 150 bringen." Dann werden insbesondere wieder die Küsten- und Bergregionen betroffen sein.

Schäden im Norden Großbritanniens

Schon jetzt hat der Wintersturm schwere Schäden im Norden Großbritanniens angerichtet. Auf mehreren Inseln im Westen von Schottland waren mehr als 17.000 Haushalte ohne Strom, nachdem Blitzeinschläge Stromleitungen unterbrochen hatten. Schulen und Kindergärten auf den Inseln westlich von Schottland und teilweise auch im Hochland blieben geschlossen. Zahlreiche Fährverbindungen mussten unterbrochen werden. Auch in Irland fielen einige Fähren aus. In Nordirland warnten Stromversorger vor möglichen Schäden am Leitungsnetz.

Tote im Nordosten Spaniens

Unwetter sind auch über die nordostspanische Region Katalonien hinweggezogen und haben dort drei Menschen das Leben gekostet. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden in Terrassa bei Barcelona zwei Passanten von einer Mauer erschlagen, die der Sturm zum Einsturz gebracht hatte.

Bei Tarragona war am Vorabend eine schwedische Urlauberin in einem Wohnwagen getötet worden, den eine Sturmböe auf einer Autobahn ergriffen und eine zehn Meter tiefe Böschung hinabgestürzt hatte. In Les Franqueses del Vallès bei Barcelona brachte ein umgestürzter Baum einen Vorortszug zum Entgleisen. Der Lokführer wurde verletzt. Der Sturm mit Böen von mehr als 100 Stundenkilometer entwurzelte in der Gegend um Barcelona zahllose Bäume und riss Verkehrsampeln sowie Werbetafeln um. Auf mehreren Bahnlinien wurde der Verkehr unterbrochen.

Quelle: n-tv.de

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