Donnerstag, 21. Januar 2010
Zu wenig Kinder: Deutschland schrumpft
Die Zahl der Einwohner in Deutschland geht weiter zurück. Nur noch unter 82 Millionen Menschen leben zwischen Rügen und Oberstdorf. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verliert Deutschland seit 2003 jedes Jahr Einwohner.
Die Omas von heute leben länger. Sie haben aber immer weniger Enkelkinder.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Deutschlands Einwohnerzahl schrumpft weiter - vor allem, weil nicht genug Kinder geboren werden. Die Zahl der Geburten lag nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr um bis zu 38.000 niedriger als 2008. Ende 2009 lebten etwa 81,7 bis 81,8 Millionen Menschen im Land, ein Jahr zuvor waren es noch 82 Millionen. Damit setzt sich der demografische Trend fort: Seit 2003 habe Deutschland jedes Jahr Einwohner verloren, teilte das Bundesamt in Wiesbaden mit. 2060 werden nach Schätzung der Statistiker nur noch rund 65 bis 70 Millionen Menschen in Deutschland leben.
Im vergangenen Jahr wurden erneut weniger Kinder geboren, es starben aber auch weniger Menschen als 2008. Die Statistiker rechnen damit, dass es etwa 180.000 bis 190.000 Geburten weniger gab als Sterbefälle. Damit stieg dieses sogenannte Geburtendefizit auf den höchsten Stand seit 1976.
Seit 1972 sterben in Deutschland mehr Menschen als geboren werden, davor waren seit 1947 stets mehr Kinder geboren worden als Menschen starben. Allerdings sei das Defizit meist durch Zuwanderung ausgeglichen worden, deshalb stieg die Zahl der Einwohner tendenziell weiter. Hier gab es jedoch 2008 eine Trendwende: Erstmals seit der Wiedervereinigung verließen mehr Menschen Deutschland als zuzogen, und zwar 56.000.
Eine Einschätzung des Wanderungssaldos - also der Differenz zwischen den Zuzügen aus dem Ausland und den Wegzügen ins Ausland - sei für 2009 derzeit aber erst grob möglich. Die Statistiker schätzen die Zahl auf ein Minus von 20.000 bis 70.000 Menschen.
dpa/rts
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