Panorama

Radioaktive Aufzugknöpfe: Deutschland vielleicht betroffen

Auch in Deutschland sind eventuell radioaktiv verstrahlte Aufzugknöpfe eines französischen Zulieferers in Fahrstühle eingebaut worden. "Wir untersuchen das gerade", sagte der für den deutschen Markt zuständige Sprecher des Unternehmens Otis in Paris.

Ungeachtet des Ergebnisses sei aber jetzt schon klar, dass von den Knöpfen keine Gefahr für Menschen ausgehe. Das hätten Untersuchungen der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN eindeutig ergeben. In Frankreich lässt das US-amerikanische Unternehmen an mehr als 550 Aufzügen verstrahlte Knöpfe ersetzen. Otis ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Hersteller von Fahrstühlen.

20 Mitarbeiter verstrahlt

Die ASN hatte am Dienstag berichtet, dass rund 20 Mitarbeiter eines französischen Zulieferers von Otis an ihrem Arbeitsplatz radioaktiv verstrahlt wurden. Sie seien einer bis zu dreimal so hohen Strahlung ausgesetzt gewesen als erlaubt. Rund zehn weitere Mitarbeiter des Unternehmens Mafelec hätten eine geringe Strahlendosis abbekommen. Die ASN stufte den Vorfall auf der von 0 bis 7 reichenden Bewertungsskala mit 2 ein. Als Strahlenquelle identifizierten die Experten der Behörde mit dem radioaktiven Stoff Kobalt-60 belastete Aufzugknöpfe.

Sie waren nach Angaben des Unternehmens aus Indien an die Firma im Südosten Frankreichs geliefert worden. Wie der Stoff in die Knöpfe kam, ist noch unklar. Laut ASN sollen belastete Produkte aus Indien in mehrere Länder versendet worden sein - unter anderem auch nach Schweden.

Die Behörden waren bereits vor einigen Wochen über den Vorfall informiert worden, nachdem eine Lieferung von Mafelec mit belasteten Aufzugknöpfen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle bei einer Sicherheitskontrolle aufgefallen war. Das Firmengelände war daraufhin evakuiert worden. Mittlerweile ist das Werk im Dpartement Isre wieder freigegeben.

Quelle: n-tv.de

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