Panorama

Von Ägypten nach BienenbüttelEHEC-Hof darf wieder öffnen

14.07.2011, 20:05 Uhr

Nach wochenlanger Sperre darf der Biohof in Bienenbüttel, der vermutlich die EHEC-Epidemie in Deutschland ausgelöst hat, wieder seine Produktion aufnehmen. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium sieht keine Gefahr mehr.

2yyg2452-jpg857550565217738882
Der Biohof darf nun seine Produktion wieder aufnehmen. (Foto: dpa)

Der im Zuge der EHEC-Epidemie gesperrte Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel darf wieder produzieren. Der Landkreis Uelzen werde die Sperrung wieder aufheben, teilte das Landwirtschaftsministerium in Hannover mit. Alle Tests seien negativ Verlaufen, es gebe keinen Grund mehr, dass der Hof weiter gesperrt bleibe.

Als wahrscheinlicher Auslöser der EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich gilt ägyptischer Bockshornkleesamen. Er war nach Angaben des Ministeriums auch an den Hof in Bienenbüttel geliefert worden. Wegen einer dichten Indizienkette war der Hof in der Lüneburger Heide als Ursprung der Epidemie in Deutschland ausgemacht worden.

Insolvenz drohte

Alle Vorräte von Bockshornkleesamen seien aus dem Betrieb entfernt, teilte das Ministerium mit. Dies entspreche einem Beschluss der Europäischen Union. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sei auch zu dem Schluss gekommen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit angelieferter Samen in die Sprossenproduktion des Betriebes eingetragen wurde.

Der Betreiber des Hofes hatte am vergangenen Freitag erklärt, gegen das verhängte Handelsverbot möglicherweise Klage einreichen zu wollen. Die von den Behörden verhängten Maßnahmen kämen einer faktischen dauerhaften Betriebsstilllegung gleich und seien mit enormen wirtschaftlichen Verlusten bis hin zur Insolvenzgefährdung verbunden, hatte er betont.

Seit Mai sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 51 Patienten an der Folge von EHEC gestorben. 4294 Menschen erkrankten in Deutschland, davon mehr als 700 an der schweren Komplikation HUS. Das letzte bekannte Erkrankungsdatum bei einem Patienten war der 7. Juli.

Quelle: dpa