Panorama

"Wir bleiben verwundbar"El Niño ist im Anmarsch

26.06.2014, 17:31 Uhr
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Dürre auf den Philippinen durch El Niño. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Weltwetterorganisation schlägt Alarm: Sie erwartet während der zweiten Hälfte des laufendes Jahres vermehrt Dürren und Überflutungen. Schuld daran ist das Pazifik-Wetterphänomen El Niño. Nach 2009/2010 sei es jetzt wieder so weit.

Das weltweite Wetterphänomen El Niño, das in unregelmäßigen Zyklen zu Dürren und Überflutungen führt, ist offenbar wieder im Anmarsch. Es sei zu 80 Prozent wahrscheinlich, dass El Niño (spanisch für "Junge") im Oktober oder November wieder loslege, teilte die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf mit. Mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit starte er sogar schon im Juni oder August.

El Niño taucht alle zwei bis sieben Jahre auf und bringt den Ländern am Ostpazifik und in Südamerika starken Regen, was oft zu Überschwemmungen führt. In Ländern wie Indien, Indonesien und Australien kommt es hingegen zu stärkerer Trockenheit mit Ernteeinbußen und Waldbränden. In Nordamerika und Europa werden trockenere Winter beobachtet. Das Phänomen wütete zuletzt von Juni 2009 bis Mai 2010. Es beeinflusst auch die internationalen Getreidemärkte.

"El Niño führt zu extremen Ereignissen und hat eine aufwärmende Wirkung", erklärte WMO-Chef Michel Jarraud. Das Wissen über das Phänomen und das "Schwesterereignis" La Niña ("Mädchen") habe aber "dramatisch" zugenommen, was es der Organisation erlaube, die Regierungen wesentlich besser zu informieren. "Frühzeitige Warnungen haben den Regierungen rund um die Welt Zeit gegeben, Notfallpläne für El Niño zu erstellen", sagte er. "Wir bleiben verwundbar durch diese Naturgewalt, aber durch bessere Vorbereitung können wir uns besser schützen."

Quelle: ntv.de, ppo/AFP

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