Panorama
Die Elefantendame wurde perfekt auf die Geburt vorbereitet. Sogar Schwangerschaftstraining musste Bibi machen. Geholfen hat es nichts.
Die Elefantendame wurde perfekt auf die Geburt vorbereitet. Sogar Schwangerschaftstraining musste Bibi machen. Geholfen hat es nichts.
Dienstag, 17. September 2013

Drama im Zoo Halle: Elefanten-Mutter trampelt Baby tot

Seit Monaten warten Pfleger, Elefanten-Freunde und Kinder auf den Nachwuchs von Dickhäuterdame Bibi. Doch die Freude schlägt nur wenige Minuten nach der Geburt in Entsetzen um. Die Kuh, die gerade entbunden hat, greift ihren Nachwuchs an.

Die Elefanten wirken unruhig. Pfleger blicken niedergeschlagen. Im Zoo Halle spielte sich ein kleines Drama ab. Nur wenige Minuten nach der Geburt tötete Elefantenkuh Bibi ihr Neugeborenes. "Es ist ein sehr trauriger Tag für uns", sagt Zoosprecher Tom Bernheim. Der kleine Dickhäuter wäre das allererste Elefantenbaby gewesen, das in dem 112 Jahre alten Zoo in Halle aufwächst. Nun müssen alle den Schock verdauen.

Seit Monaten fieberten Pfleger und Tierfreunde aus ganz Deutschland der Geburt entgegen. Am Morgen kurz nach 9.00 Uhr war es dann soweit. Elefantenkuh Bibi habe nervös gewirkt, erzählt Bernheim. Pfleger seien zur Box geeilt. Das Kleine habe zunächst alles gut überstanden. Doch wenige Minuten später sei die Mutter auf das Neugeborene losgestürmt. Tierpfleger hätten noch versucht, die Attacke der mehr als drei Tonnen schweren Elefantendame abzuwehren, konnten aber das Unglück nicht mehr abwenden. Pathologen im benachbarten Leipzig untersuchen nun die genaue Todesursache und das Geschlecht des getöteten Elefantenbabys.

Angriffe als Folge der Haltung im Zoo?

Im Leipziger Zoo hatte sich im vergangenen Jahr ein ähnliches Drama abgespielt. Ein kleiner Dickhäuter war von seiner Mutter ebenfalls kurz nach der Geburt zu Tode getrampelt worden. "Solche Angriffe sind leider nichts Ungewöhnliches", erläuterte Bernheim. Doch der Zoo sei um eine natürliche Tierhaltung bemüht und setze daher keine Fußfesseln ein.

Tierschützer hingegen fordern ein Stopp der Zoo-Nachzuchten. Ein Sprecher der Organisation "Endzoo" Deutschland verwies darauf, dass Elefanten in freier Wildbahn in größeren Verbänden zusammenlebten und sich gegenseitig unterstützten. In Gefangenschaft sei die Situation eine komplett andere und dann komme es eben zu solchen Ereignissen wie in Halle.

Trotz des traurigen Ereignisses gibt der Zoo in Halle nicht auf. Eine zweite Elefantenkuh, Tana, könnte trächtig sein. Tests sollen Klarheit bringen. Im Zoo Halle leben insgesamt fünf Elefanten.

Quelle: n-tv.de

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