Panorama
(Foto: Europol / www.eumostwanted.eu)

Schwerstverbrecher mit Bild im Netz: Europol fahndet online nach "Most Wanted"

Die Gesichter der meist gesuchten Verbrecher Europas sind ab sofort im Internet zu sehen: Die europäische Polizeibehörde Europol setzt bei der Fahndung nach Terroristen, Mafiosi oder Mördern auf die Mithilfe der Bürger - und auf Belohnungen.

Die europäische Polizeibehörde Europol setzt große Hoffnungen auf die neue Online-Fahndung: Mit einer neuen Internetseite bitten die Ermittler bei der Suche nach den meistgesuchten Verbrechern Europas um die Mithilfe der Bevölkerung.

Auf der Internetseite "Europe's Most Wanted" wurden Fotos und Steckbriefe von derzeit 45 Flüchtigen veröffentlicht, teilte Europol mit. Über die neue Plattform können die Polizeibehörden der teilnehmenden Länder zudem Informationen über Verdächtige austauschen, "die schwere Verbrechen oder Terroranschläge in Europa verübt haben". Zudem werden EU-Bürger mithilfe des Online-Angebots dazu aufgerufen, die Polizei bei der Fahndung zu unterstützen.

 Die Initiative geht den Angaben zufolge von allen 28 EU-Staaten aus. Bislang beteiligen sich Polizeibehörden aus 23 EU-Mitgliedsländern. Sie haben die Daten von dringend tatverdächtigen Personen aus ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen für die neue Liste der "Most Wanted" ausgewählt.

In 17 Sprachen sind die Informationen der Polizei zu lesen, dazu wurden die Fotos von mutmaßlichen Mördern, Sexualverbrechern, Betrügern und Terroristen veröffentlicht. Eine Rangliste soll die Liste nicht darstellen. Die Reihenfolge der Steckbriefe ändere sich willkürlich bei jedem erneuten Aufruf, hieß es.

Terrorist und Mafiaboss

Der zurzeit bekannteste gesuchte Verbrecher ist sicherlich Salah Abdeslam. Der 26-jährige Franzose nordafrikanischer Herkunft sei "verantwortlich für die Anschläge in Paris am 13. November", können interessierte Nutzer nach einem Doppelklick mit der Maus erfahren. Er sei ein "sehr gefährliches und bewaffnetes Individuum", lautet die Warnun. Gefahndet wird auch nach dem italienischen Mafiaboss Matteo Messina Denaro. Der Anführer der sizilianischen "Cosa Nostra", dem unter anderem Mord und schwere Körperverletzung zur Last gelegt werden, ist seit vielen Jahren flüchtig - nach ihm wird mit einem Schwarzweißfoto gesucht.

"Können Sie helfen?", spricht Europa Besucher der Internetseite an. Wer Hinweise hat, kann den Ermittlern namentlich oder anonym eine Nachricht hinterlassen, die dann direkt an die zuständige Polizeidienststelle weiter geleitet wird. Manche Fotos haben einen roten Balken mit der Aufschrift "Belohnung". Es sind typische Verbrecherporträts, wie sie aus Krimis, Kinofilmen oder echten Steckbriefen in Polizeidienststellen bekannt sind. Zu sehen sind aber auch verschwommene Kameraaufnahmen oder uralte Passfotos. Erstellt wurde die Seite vom Polizeinetzwerk Enfast, in dem die europäischen Zielfahnder zusammengeschlossen sind, mit Unterstützung von Europol.

Quelle: n-tv.de

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