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"Saugut", aber nicht stoned: FDP-Politiker kifft im Fernsehen

Huch, wie schlimm! Ein FDP-Politiker raucht im Fernsehen einen "Joint". Wenn auch nicht im Studio, sondern, wie es sich gehört, vor der Tür. Martin Lindner stellt die Aktion als politisch motiviert dar. Die Jungliberalen nehmen ihn beim Wort.

Der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion Martin Lindner hat im Fernsehen an einem "Joint" gezogen, den Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre (Älteren als Autor von "Soloalbum" bekannt) ihm angeboten hatte.

Lindners erste Reaktion: "Der ist doch nicht echt." Dann beide raus aus dem Studio, zum Rauchen. Lindner zieht, sagt: "Tatsächlich, echt." Und auf die Frage, wie es ihm jetzt gehe: "Saugut."

Ob Lindner nun allerdings wirklich gekifft hat oder die ganze Aktion nur eine PR-Aktion für einen Politiker und eine TV-Sendung war (die Mitteilung über die Aktion war schon vor Ausstrahlung der aufgezeichneten Sendung verschickt worden), muss leider offen bleiben. Festzuhalten bleibt immerhin, dass Lindner nach der Show der Deutschen Presse-Agentur mitteilte: "Ich kann Ihnen ehrlich nicht sagen, ob da wirklich etwas drin war oder nicht - eine groß berauschende Wirkung gab es jedenfalls nicht. Wenn, dann war er (Stuckrad-Barre) etwas geizig damit." Stuckrad-Barre beharrte indes gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Der Joint war echt. Herr Lindner erwies sich als idealer Talkshow-Gast."

Lindner stellte die Aktion als teilweise politisch motiviert dar. Seit Jahren mache er sich für die Legalisierung weicher Drogen wie Marihuana stark. Damit stehe er gegen die offizielle FDP-Linie. In der Sendung hatte er noch gesagt: "Die Drogenbeauftragte ist Mitglied der FDP, ich muss mich hier zurückhalten."

Auf der Homepage von Martin Lindner findet man unter dem Schlagwort "Legalisierung" übrigens keine Hinweise auf einschlägige Forderungen des Politikers. Allerdings hatte er in einem Interview vor knapp zehn Jahren die Legalisierung weicher Drogen gefordert und angekündigt, "einen entsprechenden Antrag auf der Bundesebene unserer Partei" zu stellen.

Die Berliner Jungliberalen fordern nun, Lindner solle diesen Antrag auf dem Bundesparteitag im Mai 2013 stellen - "die Unterstützung der JuLis für solch einen Änderungsantrag für das Bundestagswahlprogramm wäre ihm sicher".

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Quelle: n-tv.de

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