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Die amerikanische Fliegerbombe in Koblenz war bei Bauarbeiten an einer Kita entdeckt worden.
Die amerikanische Fliegerbombe in Koblenz war bei Bauarbeiten an einer Kita entdeckt worden.(Foto: dpa)
Samstag, 02. September 2017

Evakuierung in Frankfurt läuft: Fliegerbombe in Koblenz entschärft

Koblenz hat es hinter sich, Frankfurt noch nicht: Während in der Stadt in Rheinland-Pfalz eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft wird, läuft in der hessischen Metropole bereits die größte Evakuierung in der Geschichte der Bundesrepublik.

Im rheinland-pfälzischen Koblenz ist eine 500 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. 21.000 Menschen mussten am Vormittag ihre Wohnungen verlassen, die Sperrzone hatte einen Radius von einem Kilometer. Nach einer knappen Stunde war die Bombe erfolgreich entschärft, um kurz nach 16.00 Uhr konnten die Anwohner wieder nach Hause zurückkehren.

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Die seit dem frühen Morgen laufende Evakuierung des Gebiets rund um den Fundort war erst um 15.25 Uhr am Nachmittag abgeschlossen. Einige Anwohner hatten sich zunächst geweigert, ihrer Wohnungen zu verlassen. In zwei Fällen hätten Wohnungen vom Ordnungsamt geräumt werden müssen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Im Anschluss begannen Experten des Kampfmittelräumdienstes damit, die auf einer Baustelle entdeckte Bombe zu entschärfen.

Auch zwei Altenheime, ein Krankenhaus, das Bundesarchiv, Schulen und Kitas sowie ein Gefängnis waren geräumt worden. Die Häftlinge waren schon zuvor auf andere Justizvollzugsanstalten verteilt worden. Am Hauptbahnhof und dem Bahnhof Moselweiß hielten mehrere Stunden lang keine Züge. Rund 800 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren vor Ort. Die Bombe war am vergangenen Montag auf der Baustelle entdeckt worden.

Frankfurt bereitet Massenevakuierung vor

Am Sonntag steht nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Frankfurt am Main die größte Massenevakuierung der Nachkriegszeit an. Dort müssen fast 70.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine soll am Universitäts-Campus Westend unschädlich gemacht werden.

Patienten aus zwei Krankenhäusern in der Sperrzone wurden bereits am Samstag verlegt, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. "In den Kliniken sind wir in den letzten Zügen. Die Evakuierung der Altenheime wird noch länger dauern", sagte ein Feuerwehrsprecher. Von der größten Geburtsstation Hessens im Frankfurter Bürgerhospital wurde am Samstag das letzte Baby verlegt. Bereits seit Donnerstag seien nach und nach Neugeborene wegtransportiert worden, hieß es. Insgesamt waren 20 Babys betroffen. Aus dem Bürgerhospital mit 320 Betten mussten laut Klinikangaben etwas mehr als 100 Patienten verlegt werden.

Die Stadtpolizei verteilte im Frankfurter Sperrgebiet Flyer, mit denen die Anwohner noch einmal auf die Evakuierung hingewiesen wurden. Über den Kurznachrichtendienst Twitter informierte auch die Feuerwehr zur Evakuierung. "Verlassen Sie die Wohnung 'urlaubsreif'", hieß es dort. Damit Einbrecher und andere Kriminelle das nicht ausnutzen können, wollte die Polizei bereits am Samstag mit mehr Kräften als sonst in den betroffenen Stadtteilen unterwegs sein.

Quelle: n-tv.de

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