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In Waschanleitung eingenäht: Frau findet Hilferuf in Primark-Kleid

Viel Kleidung für wenig Geld, das findet man bei Primark. Vor allem bei Teenagern ist die irische Modekette beliebt. Für die günstigen Preise müssen Menschen oft unter unwürdigen Bedingungen arbeiten. Eine Kundin findet jetzt einen versteckten Hilferuf.

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In immer mehr deutschen Städten finden sich Primark-Filialen. Die Kaufhäuser der irischen Textilkette erobern die Innenstädte. Am Alexanderplatz in Berlin eröffnet in den nächsten Tagen sogar schon die zweite Filiale in der Hauptstadt.

Primark ist bekannt für seine billigen Preise, selbst Teenager können dort mit ihrem Taschengeld nach Lust und Laune shoppen. Für ein T-Shirt zahlt man 2,50 Euro, eine Jeans kostet 13 Euro. Diese Billigmode ist für alle erschwinglich und vor den Filialen bilden sich oft lange Schlangen kaufwütiger Kunden.

Bei diesem Überangebot an Bekleidung und den extrem günstigen Preisen verdrängen Kunden oft, unter welchen Bedingungen die Näherinnen in Textilfabriken wie in Bangladesh und Myanmar produzieren müssen. Überstunden und Drohungen mit Entlassung sind an der Tagesordnung. Nicht selten kommt es in den Fabriken zu Bränden oder anderen Katastrophen mit vielen Toten.

Hilferuf im Etikett

Laut britischen Medien soll eine Frau nun in ihrem Kleid - für umgerechnet 13 Euro - einen eingenähten Hilferuf entdeckt haben. Auf einem Foto hält sie das Etikett ihres Kleides in die Kamera. Darauf steht "Forced to work exhausting hours" (auf Deutsch: "Zu anstrengenden Überstunden gezwungen").

"Um ehrlich zu sein, habe ich nie darüber nachgedacht, wo meine Kleidung herkommt. Aber das hat mich schon zum Nachdenken gebracht", sagte die Frau dem "South Wales Evening Post". "Das muss ein Hilferuf sein, damit die Menschen in Großbritannien wissen, was da los ist. Das Kleid werde ich nicht tragen können, dazu habe ich ein zu schlechtes Gewissen."

Ein Sprecher der Primark-Kette sagte, es seien keine weiteren Vorkommnisse dieser Art bekannt. Vielmehr forderte er die Kundin auf, das Kleid zurückzugeben. Sie würden den Vorfall prüfen und möglichen Missständen nachgehen.

Weitere Hilferufe

Die Zeitung schreibt, dass noch zwei weitere Vorfälle der gleichen Art passiert seien. Eine Kundin postete ein Bild von sich und einem ähnlich eingenähten Hilferuf in einem Primark-Kleid. Ein dritter Hilferuf wurde offenbar in Primark-Hosen gefunden.

Tatsächlich ist es unklar, ob der Hilferuf in dem Etikett wirklich von einer ausgebeuteten Näherin angebracht wurde. Es könne auch sein, so mutmaßen etliche Medien, dass die Kundin das Schild selbst eingenäht habe. Sie geben zu bedenken, dass die Analphabetenquote beispielsweise in Bangladesch bei über 50 Prozent liege, bei Frauen könnten sogar rund 70 Prozent weder lesen noch schreiben.

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Quelle: n-tv.de

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