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Wer ein Verbrechen vortäuscht, muss mit bis zu drei Jahren Haft rechnen.
Wer ein Verbrechen vortäuscht, muss mit bis zu drei Jahren Haft rechnen.

"Kein Kavaliersdelikt": Frau täuscht Polizei mit fiktiver Straftat

Eine Gruppe nicht Deutsch sprechender Täter soll eine Frau aus dem Ostallgäu unsittlich berührt und ausgeraubt haben. 180 Stunden Arbeit leisten die zuständigen Beamten und stellen dann fest, dass sie gegen die vermeintlich Geschädigte ermitteln müssen.

Mit einer erfundenen Straftat hat eine Frau im Allgäu die Polizei tagelang auf Trab gehalten. Die 35-Jährige aus dem Ostallgäu hatte Anzeige wegen eines vermeintlichen schweren Raubes erstattet. Wie die Polizei mitteilte, behauptete die Frau, in Memmingen von einer Gruppe nicht Deutsch sprechender Täter festgehalten, mit einem Messer bedroht und geschlagen worden zu sein.

Der angebliche Haupttäter habe sie zudem unsittlich berührt. Außerdem seien ihr bei dem Übergriff ein hoher Bargeldbetrag und ein Mobiltelefon gestohlen worden. Die Anzeige erstattete die Frau bereits vergangene Woche. Umfangreiche Ermittlungen der Kripo ergaben jedoch, dass die Tat in Memmingen in der geschilderten Form nicht stattgefunden haben kann.

Die 35-Jährige muss sich nun wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten. "Das Vortäuschen einer Straftat ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat", sagte Christoph Ebert von der Staatsanwaltschaft Memmingen. Wer ein Verbrechen vortäuscht, wird mit bis zu drei Jahren Haft bestraft.

In diesem speziellen Fall waren nach Polizeiangaben mehr als 180 Stunden an Ermittlungsarbeit erforderlich. Die Arbeit der Beamten in anderen Fällen habe in dieser Zeit zurückstehen müssen.

Quelle: n-tv.de

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