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Daryush Valizadeh ist der Gründer der Website Return of Kings. Seine Haupteinnahmequelle sind Workshops, in denen er länderspezifisch erklärt, wie man das "Nein" einer Frau überwindet.
Daryush Valizadeh ist der Gründer der Website Return of Kings. Seine Haupteinnahmequelle sind Workshops, in denen er länderspezifisch erklärt, wie man das "Nein" einer Frau überwindet.(Foto: youtube/Roosh V)

#makerapelegal: Frauenfeind fordert "neomaskuline" Stämme

Daryush Valizadeh, in der Szene besser bekannt als Roosh V, propagiert seit Jahren ein frauenfeindliches Weltbild. Am Samstag sollten seine Anhänger weltweit Männerclubs gründen. Doch nun muss Roosh die Treffen absagen - aus Sicherheitsgründen.

"Let's make rape legal" - ein Aufruf, der so alarmierend klingt, dass es sich eigentlich nur um eine Fälschung handeln kann. Oder doch nicht? Unter dem subtilen Hashtag #makerapelegal ruft Pick-Up-Artist Daryush Valizadeh, besser bekannt als Roosh V, zu einem weltweiten "Meetup Day" auf.

Am kommenden Samstag, dem 6. Februar, sollen sich seine Anhänger an 165 Orten in 43 Ländern treffen. Ihr Auftrag: Lokale "neomaskuline" Stämme bilden. Auf der Liste stehen auch Treffpunkte in Deutschland. In Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Aachen, Nürnberg, Würzburg oder München sollten sich die Männer in unscheinbaren Cafés oder auf öffentlichen Plätzen mit Denkmälern zusammenfinden.

Aufgezogen ist das Ganze wie das Treffen eines Geheimbundes. Um deine Stammesgenossen zu erkennen, stelle potenziellen Teilnehmern die Frage: "Do you know where I can find a pet shop?" Wenn dir diese Frage gestellt wird, bestätige sie und antworte: "Yes, its right here." Gebe dich dann zu erkennen und erhalte Instruktionen, wohin es um 20.20 Uhr geht. Falls der Gefragte von der Frage verwirrt ist oder dir eine Wegbeschreibung zu einem echten Pet Shop geben möchte, sei er kein Teilnehmer, heißt es in dem Aufruf.

Teilnehmen dürften nur Hetero-Männer. Frauen, Homo- und Transsexuelle sind ausgeschlossen. "Sollten durchgeknallte Feministinnen auftauchen, fotografiert sie und mailt mir die Bilder", lauten Rooshs Anweisungen. Wer von erzürnten Frauenrechtlerinnen verfolgt werde, solle versuchen, sie auf dem Weg zum Veranstaltungslokal abzuhängen.

Ein "Nein" bedeutet nichts

Sein krudes Frauenbild verbreitet Roosh bereits seit mehr als 10 Jahren mehr oder weniger ungestört. Er veröffentlichte mehrere "Pick Up"-Ratgeber, betreibt einen Blog und hält öffentliche Vorträge. In einem seiner Artikel mit der Überschrift "How to Stop Rape" argumentierte er bereits im Februar 2015, dass die Legalisierung von Vergewaltigungen auf privatem Boden das Problem lösen würde. Mehr als ein Jahr später beschwört Roosh nun allerdings, dass weder er noch seine Anhänger Vergewaltigungen legalisieren wollen würden. Er bezeichnet seinen Blog-Eintrag als Satire.

Wenn er als "Gedankenexperiment" die Legalisierung der Vergewaltigung vorschlage, bedeute dies nicht, dass er sexuelle Gewalt gegen Frauen gutheiße, argumentiert der Frauenfeind. Eine entsprechende Gesetzesänderung würde vielmehr zu weniger Vergewaltigungen führen, weil Frauen sich besser überlegen würden, ob sie mit Männern mitgingen, mit denen sie keinen Sex wollten. Und es halte Frauen davon ab, sich mit Drogen oder Alkohol in einen Zustand zu versetzen, in dem sie sich nicht wehren könnten.

Unter dem Titel "International Tribal Meetup Day" erklärt Roohs, wie es zu dem internationalen Aufruf kam. Animiert von einer Zuschrift aus Deutschland, in der ihm zugetragen wurde, dass ein deutscher Anhänger aufgrund von Flüchtlingen mittlerweile Angst habe, im Dunkel auf die Straße zu gehen, kam er auf die Idee, weltweit kleine Männerclubs zu bilden, die er als Stämme bezeichnet.

Was bei und nach den Treffen passieren wird, wenn sie denn stattfinden, ist unklar. Valizadeh schrieb zuletzt auf seiner Website, es gebe keine offiziellen Treffen mehr. Er könne nicht länger für die Sicherheit oder die Anonymität der Männer garantieren, so der selbsternannte "Pickup-Artist". "Ich kann Männer nicht davon abhalten, sich privat zu treffen", schrieb Roosh weiter. Aber es werde keine offiziellen Treffen mehr geben. Die Liste mit allen Veranstaltungsorten habe er gelöscht.

Quelle: n-tv.de

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