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Störtebeker wurde 1401 im Hamburger Hafen enthauptet.
Störtebeker wurde 1401 im Hamburger Hafen enthauptet.(Foto: picture alliance / dpa)

Gestohlener Störtebeker-Schädel: Gericht will Rätsel lösen

Es ist der Totenkopf des legendären Seeräubers Klaus Störtebeker. Vor fast drei Jahren verschwindet der Schädel aus einem Hamburger Museum. Zwei Männer stehen im Verdacht, ihn gestohlen zu haben. Jetzt beschäftigt sich ein Gericht mit dem Fall.

Der Totenkopf war im Museum nicht gesichert, als die Diebe zuschlugen. Drei Männer stehen jetzt vor Gericht.
Der Totenkopf war im Museum nicht gesichert, als die Diebe zuschlugen. Drei Männer stehen jetzt vor Gericht.(Foto: picture alliance / dpa)

Fast drei Jahre nach dem Diebstahl des Störtebeker-Schädels aus einem Hamburger Museum stehen seit Mittwoch drei Angeklagte vor Gericht. Zwei Männer sollen den Totenkopf, der dem legendären Seeräuber Klaus Störtebeker zugeordnet wird, aus dem Museum für Hamburgische Geschichte gestohlen haben. Der dritte Beschuldigte muss sich vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte wegen Hehlerei verantworten.

Zum Prozessauftakt zog die Verteidigerin eines der Angeklagten die Echtheit des Schädels in Zweifel: "Es gibt nicht den geringsten Beweis, dass das der Störtebeker-Kopf ist." Möglicherweise sei es der Schädel eines namenlosen Hingerichteten. Störtebeker, der mit seinen Gefährten Nord- und Ostsee unsicher machte, war um 1401 im Hafen der Hansestadt enthauptet worden.

Die 38 und 50 Jahre alten Angeklagten sollen den Schädel in den ersten Januartagen 2010 aus dem ersten Obergeschoss des Museums gestohlen haben. Der Totenkopf war laut Anklage für zwei Millionen Euro versichert und tauchte später wieder auf. Der Schädel ist mittlerweile wieder im Museum.

Mit dem Rucksack in der Ausstellung

Ein 40 Jahre alter Angeklagter war der einzige des Trios, der sich vor dem Amtsgericht äußerte - und die Vorwürfe zurückwies. Er habe den Schädel von seinem ebenfalls angeklagten Freund bekommen und längere Zeit versteckt, weil er nicht gewollt habe, dass der Kopf beschädigt wird. "Ich sorge dafür, dass dem Ding nichts passiert." Außerdem habe er seinen Kumpel nicht verraten wollen. Weil dieser sich aber nicht an die Polizei gewandt habe, habe er die Initiative ergriffen und einen Beamten gerufen. Er habe auf den Schädel nicht mehr aufpassen wollen, sagte der 40-Jährige.

Im Museum war der Totenkopf zur Tatzeit nicht gesichert, es gab weder eine Alarmanlage noch Videoaufzeichnungen. Nach Ansicht einer Polizistin war es sehr einfach, mit einem Rucksack in die Ausstellung zu gehen und den Schädel darin verschwinden zu lassen. Die Direktorin des Museums, Lisa Kosok, erklärte als Zeugin: "Man muss schon gewillt sein, diesen Kopf zu stehlen." Auch wenn der Schädel nicht von Störtebeker stammen sollte, habe der Totenkopf eine große Bedeutung.

Quelle: n-tv.de

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