Panorama

Abgeordnete des VolkesGoldene Füller als letzte Order

20.11.2009, 17:32 Uhr

Zahlreiche Abgeordnete des Bundestages haben am Ende der vergangenen Wahlperiode einen Hang zum noblen Schreibgerät entwickelt.

stift
(Foto: picture-alliance / dpa)

Genau 115 Parlamentarier orderten 396 Füllfederhalter und Stifte einer teuren Marke im Gesamtwert von 68.800 Euro - bezahlt aus Steuergeldern. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Allein von August bis Oktober seien 216 Stifte ausgeteilt worden, berichtet die Bundestagsverwaltung. Sogar Abgeordnete, bei denen klar war, dass sie aus dem Parlament ausscheiden werden, hätten noch eine ganze Reihe goldener Füller geordert.

Eine Bundestagssprecherin bestätigte die Zahlen: "Über ein Sachleistungskonto kann jeder Abgeordnete jährlich maximal 12.000 Euro für Büro- und EDV-Kosten abrechnen." Dies sei eine Unterstützung zum Unterhalt der Büros im Bundestag und im Wahlkreis. Werde das Geld nicht ausgeschöpft, gehe es an den Bundestag zurück. Ob deshalb zum Ende der Legislaturperiode noch einmal edles Schreibgerät in großem Maße geordert worden sei, könne sie nicht sagen. "Es ist die Entscheidung jedes Abgeordneten, wofür er das Geld ausgibt."

Ob dies zum Beispiel ein günstiges Handy oder ein teurer Füller ist, liegt im Ermessen der Parlamentarier.

Quelle: dpa