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Gustl Mollath
Gustl Mollath(Foto: picture alliance / dpa)

Psychiatrie sitzt beinahe gefälschtem Fax auf: Gustl Mollath kommt fast frei

Seit Jahren hofft Gustl Mollath darauf, aus der Psychiatrie entlassen zu werden. Für eine halbe Stunde durfte er daran glauben, dass es soweit ist - bis der Klinikleitung auffiel, dass ein zugestellter Beschluss nicht vom zuständigen Gericht stammte.

Ein gefälschter Gerichtsbeschluss hat beinahe zur Entlassung des seit sieben Jahren zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Gustl Mollath geführt. Der stellvertretende Leiter der Forensischen Klinik Bayreuth, Michael Zappe, eröffnete Mollath am Morgen, dass er ab sofort ein freier Mann sei. Da glaubte Zappe noch an die Authentizität eines entsprechenden Schreibens. Dann machten ihn jedoch einige Passagen in dem Fax stutzig.

Zappe griff zum Hörer und rief beim zuständigen Landgericht Regensburg an, um sich die Entlassung bestätigen zu lassen. Doch in der ostbayerischen Stadt wusste niemand von dem Schreiben. "Dort hat man mir dann mitgeteilt, dass der Gerichtsbeschluss eine Fälschung ist", sagte Zappe. Er habe Mollath deshalb - eine halbe Stunde nach Ankündigung der Entlassung - mitteilen müssen, dass er vorerst weiter in der Klinik bleiben müsse.

Die Fälschung war bereits am Freitagabend mehreren Medien zugegangen. In dem angeblichen "Beschluss" des Landgerichts Regensburg heißt es: "Der Untergebrachte ist unverzüglich zu entlassen." Der Urheber der Fälschung ist bislang unbekannt. Ihm droht nach Angaben der Justiz eine mehrjährige Haftstrafe wegen Amtsanmaßung oder Urkundenfälschung.

Mollaths Anwalt distanziert sich von dem Schreiben

Der heute 56-jährige Mollath war 2006 wegen vermuteter Gemeingefährlichkeit gegen seinen Willen in die Psychiatrie eingewiesen worden. Unter anderem soll er seine Frau schwer misshandelt haben. Mollath glaubt dagegen, er sei Opfer eines Komplotts seiner früheren Ehefrau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe aufgedeckt habe.

Mollats Anwalt distanzierte sich unterdessen von der Aktion des unbekannten Fälschers. Er strebe die Freilassung und Rehabilitierung seines Mandanten mit rechtsstaatlichen Mitteln an, betonte Strate. Das gelte auch für Mollaths Unterstützerkreis.

"Die heute erfolgte Übersendung einer gefälschten Entlassungsanordnung an die Klinik in Bayreuth ist demgegenüber die kriminelle Aktion eines Agent Provocateur, für den die Freiheit Mollaths ein böser Scherz bedeutet. Die seelische Verfassung Mollaths scheint dieser Person völlig gleichgültig zu sein", heißt es in einer Erklärung des Verteidigers.

Quelle: n-tv.de

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