Panorama

Brandenburg und Sachsen atmen aufNeuer Regen im Anmarsch

11.08.2010, 18:46 Uhr
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Der Höchstpegel der Neiße sinkt, aber Regenfälle könnten zu einem erneuten Ansteigen führen. (Foto: dpa)

Die akute Hochwassergefahr in Brandenburg und Sachsen ist gebannt - vorerst. Die Pegelstände von Neiße und Spree sanken. Doch die nächste Flutwelle droht bereits.

Den Hochwassergebieten in Ostdeutschland drohen neue Regenfluten. Ein Vorhersagemodell des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sage für die Nacht zum Freitag große Regenmengen im Osten voraus, sagte Meteorologe Andreas Friedrich. An Oder und Neiße könnten innerhalb von zwölf Stunden 30 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, bei Weißwasser und Bad Muskau in Sachsen sogar mehr als 100 Liter. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Prognose zutreffe, betrage derzeit etwa 30 Prozent.

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) sagte, punktgenaue Vorhersagen gebe es zunächst nicht. "Dennoch bitte ich alle Bewohner und die Verantwortlichen der Kommunen in den betroffenen Gebieten, sich ständig über die aktuelle Situation zu informieren und rechtzeitig entsprechende Vorsorge zu treffen."

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Im sächsischen Bad Schandau. (Foto: dpa)

In Polen wurde ein viertes Todesopfer des Hochwassers gefunden. Die Leiche der Frau wurde in Bogatynia an der Grenze zu Tschechien und Sachsen entdeckt.

Sandsäcke für Cottbus

In den deutschen Hochwassergebieten herrschte in erster Linie Erleichterung. Die akute Hochwassergefahr war nach Einschätzung von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gebannt. Die Situation an Neiße und Spree habe sich deutlich entspannt. In Sachsen wurde weiter aufgeräumt. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) kündigte an, EU-Hilfen beantragen zu wollen.

Das Hochwasser der Neiße sank am Pegel Guben (Brandenburg) innerhalb eines Tages um einen Meter auf 5,30 Meter. Das ist nach Angaben des Landesumweltamtes die zweitniedrigste Alarmstufe 2. Normalerweise ist der Fluss dort im Sommer etwa 1,5 Meter tief. Dagegen näherte sich der Pegel von Brandenburgs zweitgrößter Stadt Cottbus der Stufe 1 - das wäre ein Wasserstand von 2,30 Meter. Normal ist dort etwa ein Meter. 500 Einsatzkräfte hätten bisher 60.000 Sandsäcke an zehn gefährdeten Stellen im Stadtgebiet verbaut, sagte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD).

Keine Gefahr an der Oder

Aus der 15 Kilometer südlich von Cottbus gelegenen Talsperre Spremberg wird seit Anfang der Woche kontrolliert Wasser abgelassen. Am Mittwoch wurde die Menge von 60 auf 70 Kubikmeter pro Sekunde erhöht, siebenmal mehr als am Montag. Die Talsperre muss entlastet werden, damit sie die angekündigten Regenmengen aufnehmen kann.

An der Oder bestand laut Hochwassermeldezentrum Frankfurt/Oder keine Gefahr. Das Neißehochwasser war am Dienstag bei Ratzdorf in den Fluss gekommen - trotzdem gab es zunächst nirgends Alarmstufe 1.

Tillich setzt auf EU-Gelder

Sachsen möchte zur Beseitigung der Hochwasserschäden auch EU- Gelder. Um entsprechende Förderrichtlinien der Europäischen Union zu erfüllen, müsste das Dreiländereck von Sachsen, Polen und Tschechien zum gemeinsamen Schadensgebiet erklärt werden, sagte Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) bei einem Besuch in Chemnitz. Die EU hatte nach den Überschwemmungen 2002 einen Solidaritätsfonds aufgelegt; jährlich können aus dem Fonds Mittel in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro bereitgestellt werden.

Trotz Spree in der Stadt besteht in Berlin keine Hochwasser- Gefahr. Auch nach der Öffnung der Talsperre Spremberg blieb der Pegelstand im Raum Berlin stabil. Als Betreiber der Schleusen und Wehre begann das Wasser- und Schifffahrtsamt damit, die Abflüsse der Innenstadt zu erhöhen, damit das Wasser besser durch die Metropole strömen kann.

Quelle: dpa