Panorama
Das Hotel in Skopje darf niemand verlassen.
Das Hotel in Skopje darf niemand verlassen.(Foto: REUTERS)

Brite stirbt unter Ebola-Verdacht: Hotel in Skopje komplett abgeriegelt

In Mazedonien ist ein Brite mit Verdacht auf Ebola gestorben. Bei einem Landsmann treten zudem Symptome der Seuche auf. Ihr Hotel in Skopje wird unter Quarantäne gestellt. Zahlreiche Angestellte müssen in dem Gebäude bleiben.

Ebola-Virus

Das in Afrika vorkommende Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es führt in 50 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel.

Das Virus wird nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts hauptsächlich durch direkten, engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, wahrscheinlich über bluthaltige Körpersekrete. Nach einer Inkubationszeit von zwei Tagen bis drei Wochen führt die Krankheit meist zu Fieber und inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber), die Mehrheit der Patienten stirbt an Lungenversagen und Kreislaufschock.

Das Virus, das zuerst am Ebola-Fluss im Kongo auftauchte, lässt sich im Blut, Urin und Rachensekret nachweisen. Schon der Verdacht auf eine Erkrankung ist in Deutschland meldepflichtig.

In Mazedonien ist ein Brite mit Verdacht auf Ebola gestorben. Das nährte die Sorge vor einer Ausbreitung der in Westafrika grassierenden Seuche auch in Europa. Das Hotel in der mazedonischen Hauptstadt Skopje, in dem sich der Mann aufgehalten habe, sei abgeriegelt worden, teilten die Behörden am Abend mit. Ein zweiter britischer Staatsbürger und zahlreiche Hotelangestellte müssten im Gebäude bleiben.

Jovanka Kostovska von der Abteilung für Infektionskrankheiten im Gesundheitsministerium sagte, der verstorbene Mann sei am 2. Oktober aus Großbritannien in Skopje angekommen. Am Donnerstag sei er mit Fieber, Erbrechen und inneren Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zustand habe sich rapide verschlechtert, am Nachmittag sei er gestorben.

In Prag wurde ein 56-jähriger Tscheche, der sich unlängst in Liberia aufgehalten hatte, wegen Ebola-Symptomen im Krankenhaus isoliert. Das Ergebnis des Ebola-Tests werde voraussichtlich am Freitag vorliegen, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Proben von dem Patienten sollten in Berlin untersucht werden.

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Wegen Ebola-Verdachts wurde auch in Frankreich ein Gebäude zeitweise abgeriegelt, nachdem vier Menschen, die Anfang Oktober aus Guinea nach Frankreich gereist waren, über Fieber und Kopfschmerzen geklagt hatten. Die Behörden in Cergy Pontoise bei Paris hoben die Absperrung aber wieder auf, nachdem der Verdacht sich nicht bestätigt hatte. In dem Gebäude hatten sich 60 Menschen aufgehalten.

Spanierin kämpft um ihr Leben

In Leipzig wird derzeit ein aus dem Sudan stammender Ebola-Patient behandelt. Die Krankenschwester, die sich in Madrid in einer Klinik angesteckt hat, kämpfte um ihr Leben. Sie gilt als der erste Mensch, der sich außerhalb Westafrikas mit der meist tödlich verlaufenden Krankheit angesteckt hat.

Die EU erwägt als Reaktion auf die Seuche verschärfte Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus Westafrika. Großbritannien kündigte an, an den beiden größten Flughäfen in London, Heathrow und Gatwick, würden Einreisende auf Ebola getestet. Betroffen sei auch der Eurostar, die Zugverbindung zwischen Großbritannien und Frankreich.

Die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia am stärksten von Ebola betroffen. An der Epidemie dort sind bislang mehr als 3800 Menschen gestorben.

Quelle: n-tv.de

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