Neun Busse gingen in Flammen auf.
(Foto: dpa)
Sonntag, 18. Oktober 2009
Bandenkriege in Rio eskalieren: Hubschrauber abgeschossen
Bei einem Polizeieinsatz gegen Drogenbanden in Rio de Janeiro haben Gangmitglieder einen Hubschrauber abgeschossen und dabei zwei Beamte getötet. Zudem seien mindestens zehn Bandenmitglieder bei stundenlangen Feuergefechten mit den Sicherheitskräften in Armenvierteln ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit.
Mehr als hundert Sicherheitskräfte waren im Einsatz.
(Foto: AP)
Der Helikopter geriet den Angaben zufolge bei einem Einsatz im Norden der Millionenmetropole unter Beschuss und war zur Notlandung gezwungen. Kurz nach der Landung explodierte der Hubschrauber, zwei Polizisten, unter ihnen der Pilot, konnten sich verletzt in Sicherheit bringen, zwei weitere Insassen wurden getötet.
Neun Busse in Brand gesetzt
Mehr als hundert Sicherheitskräfte waren zu dem Einsatz gerufen worden, nachdem sich am Morgen zwei rivalisierende Drogenbanden im Armenviertel "Morro dos Macacos" Schusswechsel geliefert hatten. Nach dem Abschuss des Hubschraubers dauerten die Feuergefechte weiter an. Spezialeinheiten der Polizei waren zum Teil mit gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz.
Die Überreste des abgeschossenen Hubschraubers.
(Foto: REUTERS)
Die Gewalt dehnte sich auch auf angrenzende Stadtviertel aus, in denen Maskierte nach Angaben der Sicherheitsbehörden neun Busse in Brand setzten. Ein Fahrer sagte, 15 bewaffnete Männer hätten seinen Bus gestürmt und die Fahrgäste zum Verlassen des Busses aufgefordert. "Raus, raus, wir zünden ihn an!", hätten sie gerufen. Der Sicherheitsbeauftragte des Bundesstaates Rio de Janeiro, José Beltrame, sagte, solche Angriffe zeigten die Verzweiflung der Drogenbanden, die von der Polizei immer stärker zurückgedrängt würden.
Olympia 2016 in Rio
Gouverneur Sergio Cabral hatte der organisierten Kriminalität nach seinem Amtsantritt 2007 den Kampf angesagt. In der brasilianischen Metropole, die Anfang Oktober den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016 erhalten hat, leben rund zwei Millionen Menschen in Armenvierteln, die von Gewalt und Drogenkriminalität heimgesucht werden. Die offizielle Statistik zählt für Rio im vergangenen Jahr rund 6000 Morde.
AFP
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