Panorama

Strom wird knapp Japaner müssen sparen

01.07.2011, 12:59 Uhr

Noch immer macht die Reaktorkatastrophe von Fukushima den Japanern zu schaffen. Da zurzeit nur 19 von 54 Atommeilern in Betrieb sind, ist der Strom knapp. Und damit es nicht zappenduster wird, müssen viele Unternehmen sich nun etwas ausdenken.

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Japanische Firmen leiden immer noch unter den Folgen des Erdbebens. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Fast vier Monate nach der Reaktorkatastrophe von ist die offizielle Stromspar-Verordnung der japanischen Regierung in Kraft getreten. Unternehmen in den Regionen Tokio und der Industrieregion Tohoku im Nordosten des Landes müssen ihren Stromverbrauch in den Sommermonaten um 15 Prozent drosseln - ansonsten drohen Strafen bis zu einer Million Yen, umgerechnet 8500 Euro. Auch kleine Betriebe und Privathaushalte sind aufgerufen, 15 Prozent Strom weniger zu verbrauchen.

Seit der Katastrophe am 11. März sind zahlreiche Atomkraftwerke in Japan abgeschaltet - entweder weil sie beschädigt wurden oder als Vorsichtsmaßnahme. Zur Zeit sind nur 19 von 54 Akw in Betrieb. Der Strom ist deshalb seit Monaten knapp. Im Sommer, wenn viele Klimaanlagen laufen, fürchtet die Regierung nun größere Stromausfälle und hat daher die Unternehmen zum Stromsparen verpflichtet. In Tohoku gilt die Verordnung bis zum 9. September, in der Region Tokio bis zum 22. September.

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Viele japanische Atomkraftwerke sind zurzeit lahmgelegt. (Foto: REUTERS)

Viele Industrieunternehmen haben mit der Verlegung der Schichten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden oder auf die Wochenenden reagiert. Andere kürzen die Schichten, wie Sony, wo die Angestellten während der Sommermonate täglich eine Stunde weniger arbeiten. Verkehrsbetriebe stellen mehr Züge in den Morgenstunden bereit, Kindergärten öffnen früher.

Japans Wirtschaftsminister Banri Kaieda hatte kürzlich vor gravierenden Folgen der Stromknappheit für die gewarnt. Das Bruttoinlandsprodukt war wegen der Katastrophe bereits im ersten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft.

Quelle: AFP