Erste ErmittlungenSexualtäter kommt aus der Eifel
Der mutmaßliche Kinderschänder, der sich nach massiver öffentlicher Fahndung am Donnerstag im bayerischen Sonthofen gestellt hatte, soll aus Rheinland-Pfalz kommen.
Der mutmaßliche Kinderschänder, der sich nach massiver öffentlicher Fahndung in Fernsehen und Internet am Donnerstag in Bayern gestellt hatte, stammt aus einer kleinen Stadt in der Eifel. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Gießen mit. Der Mann soll nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) mehrere Jungen im Alter von fünf bis sieben Jahren schwer missbraucht haben. Videos von seinen Gewalttaten hatte er ins Internet gestellt. Er hatte sich in Sonthofen gestellt, wo er als Saisonarbeiter gekellnert hatte.
Im Zuge der öffentlichen Fahndung waren zahlreiche Hinweise auf den Mann eingegangen, der des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, der Herstellung von kinderpornografischen Videos und deren Verbreitung dringend verdächtig ist.
Den Fahndern liegen den Angaben nach 42 Videos von dem Mann vor. Sie wurden nach Einschätzung der Ermittler vor allem 2006 aufgenommen. Die Opfer dürften inzwischen acht bis zehn Jahre alt sein. Ein Junge wird in einem Video "Marcel" genannt und ein anderer "Pascal". Unter den Opfern könnten sich Brüder befinden. Das BKA schloss nicht aus, dass es noch mehr Opfer gibt.
Dinosaurier-Tapete und Clownfigur
Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Gießen wurden die Aufnahmen in Deutschland gemacht. Die Fotos und Videos auf der BKA- Homepage zeigten in guter Qualität einen 35 bis 45 Jahre alten Mann mit normaler Statur und Bauchansatz. Seine Größe schätzen die Fahnder auf 1,75 bis 1,85 Meter. Als Besonderheit wurde angeführt: "Raucher (Lucky Strike)".
Die Videos zeigten Zimmer, in denen unter anderem eine Tapete mit Dinosauriern und präparierte Hirschköpfe als Wandschmuck zu sehen waren. Außerdem gab es ein Modellsegelschiff in einem Wandregal und eine lebensgroße Clownfigur. Unklar war, ob sich die Zimmer in derselben Wohnung befinden.
"Die Ermittlungen zur weiteren Tataufklärung dauern an, so dass derzeit keine weiteren Informationen zu dem Fall gegeben werden können", hieß es in einer Mitteilung des BKA. Die Medien wurden gebeten, die veröffentlichten Bilder, Videos und Stimmproben nicht weiter zu verwenden.