Dienstag, 02. März 2010
Inzuchtgefahr in Eisbär-WG: Knut soll entmannt werden
Weil Knut und seine gleichaltrige derzeitige Gefährtin Giovanni mit Eisbär Olaf denselben Großvater haben, befürchtet die Tierschutzorganisation Peta Inzucht. Deshalb müsse der Eisbär kastriert werden.
Kuscheln im Berliner Zoo: Eisbär Knut (rechts) und seine Gianna.
(Foto: dpa)
Die Tierschutzorganisation Peta plädiert für eine Entmannung von Deutschlands berühmten Eisbär Knut. Das im Berliner Zoo lebende dreijährige Raubtier müsse kastriert werden, um Inzucht zu vermeiden, erklärte die Vereinigung in Gerlingen. Knut und seine gleichaltrige derzeitige Gefährtin Giovanni hätten mit Eisbär Olaf denselben Großvater.
Der Zusammenschluss der beiden Jungtiere berge die Gefahr, dem von den Zoos angestrebten Erhaltungszuchtprogramm zu schaden, die genetische Vielfalt unter den Eisbären zu reduzieren und sogenannte Inzuchtdepressionen bei Nachfahren auszulösen, erklärte Peta-Zooexperte Frank Albrecht: "Knut-Fans sollten sich bewusst sein, dass nur die Kastration von Knut ein dauerhaftes Zusammenleben mit Giovanna erlaubt."
Das Eisbärenmädchen lebt eigentlich im Münchner Zoo, war wegen Bauarbeiten an ihrem Gehege im vergangenen Jahr aber vorübergehend zu Knut nach Berlin ausquartiert worden. In der "Eisbären-WG" fanden die zwei nach einer etwas spannungsgeladenen Kennenlernphase schließlich zunehmend Gefallen aneinander.
Knut war 2006 zu einer weltweiten Berühmtheit geworden. Der Bär war von seiner Mutter verstoßen worden und unter großer Anteilnahme von Bevölkerung und Medien von seinem Tierpfleger Thomas Dörflein aufgezogen worden. Dörflein starb 2008.
AFP
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