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(Foto: dpa)

Selfie mit Patient im Bett: Krankenpfleger bekommen Bewährung

Die Patienten waren so hilflos, wie ein Mensch nur sein kann. Im Prozess um entwürdigende Selfies müssen sich fünf Pfleger auf der Anklagebank verantworten. Alle Angeklagten werden verurteilt, die Richterin sagt deutlich, was sie von den Pflegern hält.

Im Prozess um entwürdigende Bilder von wehrlosen Patienten im Aachener Klinikum sind drei entlassene Krankenpfleger zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und acht Monaten verurteilt worden, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurden. Alle Angeklagten müssen Geldstrafen zwischen 750 und 4200 Euro Geldstrafen bezahlen. Überdies droht den fünf Krankenpflegern der Widerruf ihrer Berufserlaubnis.

Die Bilder von dementen und betagten Menschen aus der Notaufnahme seien ein Vertrauensbruch am Patienten, sagte die Vorsitzende Richterin am Amtsgericht Aachen. "Die Täter sind diejenigen, die eigentlich eine Fürsorgepflicht haben."

Die insgesamt fünf entlassenen Krankenpfleger aus der Notaufnahme hätten in wechselnder Beteiligung Bilder und ein Video von Patienten gemacht. Darunter seien demente und auch unbekleidete Patienten gewesen. Ein schwer dementer Herzpatient wurde laut Urteil mit einer Botschaft bemalt. Zwei Bilder und ein Video wurden in einer Whatsapp-Gruppe veröffentlicht.

Das Gericht verurteilte die Angeklagten wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen in neun Fällen.

Quelle: n-tv.de

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