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Clare Hollingworth an ihrem 105. Geburtstag.
Clare Hollingworth an ihrem 105. Geburtstag.(Foto: AP)

Vom Kriegsbeginn 1939 berichtet: Kriegsreporterin Clare Hollingworth ist tot

Clare Hollingworth war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges für den "Daily Telegraph" an der deutsch-polnischen Grenze tätig. Sie berichtete auch von den Kriegsschauplätzen in Vietnam, Algerien und im Nahen Osten.

Die berühmte britische Reporterin Clare Hollingworth, die als erste Kriegskorrespondentin vom Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 berichtete, ist mit 105 Jahren in Hongkong gestorben. Das teilten die Angehörigen ohne nähere Angaben mit.

Hollingworth war als 27-Jährige vom "Daily Telegraph" als Reporterin engagiert worden und befand sich in der deutsch-polnischen Grenzregion, als sie dort eine Ansammlung deutscher Panzer und den Beginn des Zweiten Weltkriegs beobachtete.

In den Tagen um den Kriegsbeginn war Hollingworth mit einem Wagen in dem Grenzgebiet unterwegs, den sie von einem britischen Diplomaten geliehen hatte. Am 1. September rief sie bei der britischen Botschaft in Warschau an, um über den Kriegsbeginn zu berichten. Als ihr dort nicht geglaubt wurde, hielt sie den Telefonhörer aus dem Fenster, um den Lärm von Flugzeugen und Panzern zu übertragen.

Hollingworth berichtete in den Folgejahren von zahlreichen Kriegsschauplätzen, etwa in Vietnam, Algerien, im Nahen Osten, Indien und Pakistan sowie über die Kulturrevolution in China. Ihr Großneffe Patrick Garrett schrieb in dem Memoiren-Buch "Of Fortunes and War", der Auftrag des "Daily Telegraph" sei in der damaligen Zeit für eine Frau ungewöhnlich gewesen: "Clare Hollingworth war eine extreme Ausnahme - Kriegsberichterstattung sollte ihr Leben werden."

Seit 1981 lebte Hollingworth in Hongkong, wo sie im Klub der Auslandskorrespondenten ein gern gesehener Gast war und stets ihre Geburtstage feierte. Zweimal verheiratet, hinterließ sie keine Kinder.

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Quelle: n-tv.de

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