Montag, 21. Dezember 2009
Keine Weltumseglung gestartet: Laura Dekker wieder aufgetaucht
Wenige Wochen nach dem Verbot für ihre Solo-Weltumseglung als jüngster Mensch war die 14-jährige Laura Dekker spurlos verschwunden. Auch einen Abschiedsbrief hatte sie hinterlassen. Nun ist die Holländerin auf den Niederländischen Antillen aufgetaucht.
Laura Dekker im Sommer im Gericht von Utrecht. Links ihr Vater Dick Dekker, rechts ihr Anwalt Peter de Lange.
(Foto: AP)
Nach Berichten des niederländischen Rundfunks erkannten Polizisten auf der Karibikinsel Sint Maarten die vermisste Laura Dekker anhand eines Fotos. Der Zeitung "Volkskrant" zufolge hatte die 14-Jährige am Donnerstag 3500 Euro von ihrem Konto abgehoben und war danach nicht mehr zu ihrem Vater zurückgekehrt, bei dem sie bis dahin wohnte. Das "NRC Handelsblad" schrieb, sie habe einen Abschiedsbrief hinterlassen. "Wir denken, dass sie weggegangen ist, um allein zu sein", hatte ein Sprecher der Familie gesagt.
Das "Segelmädchen", wie niederländische Medien sie nennen, hatte bereits im Sommer als 13-Jährige erklärt, es wolle allein in einem Segelboot die Erde umrunden. Das zuständige Familiengericht in Utrecht verhinderte das in letzter Minute. Ein entsprechendes Verbot wurde später von dem Gericht bekräftigt.
"Negative Spirale"
Daraufhin sei Laura seelisch in eine "negative Spirale" geraten, erklärte der Familiensprecher. "Sie hatte das Gefühl, dass alle gegen sie waren. Was immer wir sagten, sie glaubte nicht daran, dass man ihr die Weltumseglung doch noch erlauben würde." Ihr Verschwinden sei für die Familie dennoch völlig überraschend, versicherte der Sprecher. "Das sieht nach einer Ein- oder Zwei-Personen-Aktion aus."
Das Familiengericht hatte Ende Oktober angeordnet, dass Laura noch mindestens bis zum 1. Juli 2010 unter der Vormundschaft des Amtes für Kinderschutz bleiben muss. Sie durfte aber weiter bei ihrem Vater wohnen, der ihre geplante Weltreise unterstützte. Das Gericht hatte Lauras geschiedenen Eltern ausdrücklich untersagt, das Mädchen in See stechen zu lassen. Als Hauptgrund gab es an, dass ein so schwieriger Solo-Segeltörn derzeit noch "Lauras Gesundheit und ihre geistige Entwicklung gefährden" könne.
dpa
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