Panorama
Mit der Regenbogenfahne zum Standesamt: Zum ersten Mal war das nun auch in St. Petersburg möglich.
Mit der Regenbogenfahne zum Standesamt: Zum ersten Mal war das nun auch in St. Petersburg möglich.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz offiziellem Verbot: Lesbische Russinnen heiraten

Homosexuelle Paare haben es in Russland nicht leicht: Die Stimmung im Land ist aufgeheizt, seit der Verabschiedung des "Gesetzes zum Verbot von Homosexuellen-Propaganda" mehr denn je. Ein lesbisches Paar kämpft dagegen an - mit Witz und Verstand.

Ein lesbisches Paar hat trotz des offiziellen Verbots der Homo-Ehe in Russland die erste "gleichgeschlechtliche Hochzeit" des Landes gefeiert. Möglich wurde die standesamtliche Eheschließung in der westlichen Großstadt St. Petersburg, weil die eine Frau als Mann geboren wurde und weiterhin auf dem Papier als Mann gilt, wie die Aktivistengruppe Wychod mitteilte. Demnach ist die Frau nun Transgender und unterzieht sich einer Hormontherapie.

"Die offizielle Registrierung von zwei Frauen geschah, weil eine von ihnen gemäß den Dokumenten ein Mann ist", sagte eine Aktivistin. "Formell war es die Hochzeit zwischen einem Mann und einer Frau, aber de facto war sie zwischen zwei Frauen." Die Standesbeamten versuchten den Angaben zufolge die Eheschließung zwischen den beiden in weiß gekleideten Frauen nicht zu verhindern, aber der örtliche Abgeordnete Witali Milonow zeigte sich empört über die Hochzeit.

"Sie ist eine Beleidigung tausender russischer Familien. Ich werde ihre Annullierung fordern", sagte Milonow, der einer der Initiatoren des umstrittenen "Gesetzes zum Verbot von Homosexuellen-Propaganda" ist. Das im vergangenen Jahr verabschiedete Gesetz verbietet die Verbreitung von Informationen zu Homosexualität gegenüber Kindern und Jugendlichen. Das Gesetz wurde von Homosexuellen als Diskriminierung gewertet und stieß international auf scharfe Kritik.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen