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Dienstag, 28. Februar 2017

Nach Mord an Großmutter?: Mann überfährt auf der Flucht zwei Polizisten

Auf der Flucht vor der Polizei hat ein Mann im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree zwei Polizisten überfahren und getötet. Der 24-Jährige sei verdächtig, zuvor in Müllrose bei Frankfurt (Oder) seine Großmutter umgebracht zu haben, sagte ein Polizeisprecher. Wenig später wurde er von Beamten gefasst.

Beamte untersuchen den Tatort.
Beamte untersuchen den Tatort.(Foto: dpa)

Die Polizei sei am Vormittag alarmiert worden, weil die 79-Jährige tot in ihrer Wohnung gefunden worden war. "Die ersten Erkenntnisse deuteten klar auf ein Tötungsdelikt hin", sagte eine Sprecherin. So sei der Mann mit dem Auto der Großmutter geflohen und von Zeugen in Müllrose gesehen worden. Daraufhin sei der Enkel in Verdacht geraten. Sofort wurde eine Großfahndung auch mit Hubschraubern ausgelöst. Zeugen berichteten der Polizei, der 24-Jährige habe eine Freundin in Bayern.

Daraufhin wurden sofort die Autobahnauffahrten gesperrt. Wenig später sei der Mann von Zeugen zunächst in Müllrose und dann in Beeskow gesehen worden sein, so der Sprecher. Der Mann habe auf seiner Flucht in der Nähe von Beeskow mindestens drei Verkehrsunfälle verursacht. Dabei wurden einige Fahrzeuge beschädigt. Ob es Verletzte gab, war zunächst nicht bekannt.

Bei Ausweichmanöver Polizisten getötet

Die Beamten rollten ein Nagelbrett aus - der Flüchtende überfuhr die beiden Polizisten einfach.
Die Beamten rollten ein Nagelbrett aus - der Flüchtende überfuhr die beiden Polizisten einfach.(Foto: dpa)

Eine Streife habe auf der Bundesstraße 87 in Oegeln bei Beeskow versucht, den flüchtigen Enkel mit einem ausgelegten Nagelbrett zu stoppen. Doch der Mann sei dem Hindernis ausgewichen und habe auf dem Radweg neben der Bundesstraße die beiden Beamten überrollt, hieß es weiter. Sie erlagen noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke reagierte bestürzt auf den Tod der beiden Polizisten. "Ich bin schockiert. Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen", sagte der SPD-Politiker. Die Meldung hatte die Landesregierung während einer Kabinettssitzung erreicht. Die Minister hätten erschüttert auf die Nachricht reagiert, sagte ein Regierungssprecher.

Zu den Hintergründen der Tat gebe es noch keine Erkenntnisse, sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann sei zunächst in ärztlicher Behandlung. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter kündigte für den Nachmittag (17 Uhr) eine Pressekonferenz zu dem Vorfall in Potsdam an.

Quelle: n-tv.de

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