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Streit im Flüchtlingsheim eskaliert: Massenschlägerei dauert Stunden

In den Flüchtlingsunterkünften leben die Menschen dicht gedrängt. Die Lage ist angespannt. In einer Zeltstadt in Kassel-Calden kommt es wegen einer Rangelei zum Streit. Hunderte Bewohner gehen aufeinander los.

Ein Vorfall an der Essensausgabe hat in einer Flüchtlingsunterkunft in Kassel zu einer Massenschlägerei zwischen Dutzenden Bewohnern der Zeltstadt geführt. Ein Streit zwischen einem Jugendlichen und einem etwa 80-jährigen Flüchtling wegen Vordrängelns an der Essensausgabe am Sonntagmittag habe Konflikte ausgelöst, die im Tagesverlauf immer wieder "hochgekocht" seien, sagte ein Sprecher der Kasseler Polizei.

Am Abend habe es dann eine körperliche Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von etwa 300 Flüchtlingen gegen eine Gruppe von etwa 70 Flüchtlingen gegeben. Die Beteiligten schlugen demnach unter anderem mit Stöcken aufeinander ein. Daraufhin rückte die Polizei mit etwa 50 Beamten an, wie der Sprecher mitteilte. Als von Flüchtlingen Reizgas gegen die Polizisten eingesetzt worden sei, seien drei Beamte und drei Flüchtlinge verletzt worden. Acht Flüchtlinge mussten deshalb im Krankenhaus behandelt werden.

Erst nach mehreren Stunden sei es der Polizei gelungen, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die kleinere in die Auseinandersetzungen verwickelte Flüchtlingsgruppe sollte auf eigenen Wunsch nach und nach in andere Unterkünfte gebracht werden.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge auf einem ehemaligen Gelände des Flughafens Kassel-Calden, wo in Zelten und Containern etwa 1500 Asylbewerber untergebracht sind. Einen konfessionellen Hintergrund hatten die Auseinandersetzungen laut Polizei nicht. Sie nahm Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung auf, Festnahmen gab es zunächst keine.

Erst vor zwei Wochen hatten sich in der Unterkunft in Calden mehrere Flüchtlinge gegenseitig mit Reizgas angegriffen. Rund 60 von ihnen, darunter auch Kinder, wurden verletzt. Einlasskontrollen wie in anderen Flüchtlingsunterkünften gibt es in Kassel-Calden nicht. Die beauftragte Sicherheitsfirma äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen.

Quelle: n-tv.de

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