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Freitag, 11. August 2017

Fünf Tote in Nagold: Müllwagen begräbt Auto unter sich

Tragischer Unfall: Ein 26 Tonnen schwerer Müllwagen kippt in einer Kurve im baden-württembergischen Nagold auf ein anderes Auto. Die fünf Insassen haben keine Chance.

Ein Müllwagen ist im baden-württembergischen Nagold auf ein Auto gekippt und hat dabei fünf Menschen erschlagen. Das 26 Tonnen schwere Müllfahrzeug kippte beim Abbiegen auf das Auto und zerdrückte es. Unter den Opfern sind die 25 Jahre alte Fahrerin, ihr 22 Jahre alter Lebensgefährte und ihre beiden Kinder - die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17 Jahre alte Schwester der Fahrerin. Die Menschen im Auto hätten keine Chance gehabt.

Die Familie stamme aus Singen im Kreis Konstanz, sagte ein Polizeisprecher am Unfallort. Feuerwehr und Rettungsteams waren mit einem Großaufgebot und Hubschraubern im Einsatz. Erst rund anderthalb Stunden nach dem Unfall konnte ein Kranfahrzeug den Müllwagen aufrichten. Die Menschen im Auto hätten keine Chance gehabt. Den Rettern habe sich ein "Bild des Grauens" geboten.

Das Müllfahrzeug fuhr im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises. Möglicherweise habe ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt, sagte ein Polizeisprecher. Der 26-Tonner habe aus zunächst unbekannter Ursache von einem Industriegebiet kommend beim Abbiegen beschleunigt und sei dann auf der abschüssigen Straße umgekippt. Das Wrack wurde für weitere Ermittlungen sichergestellt. Fahrer und Beifahrer des Lastwagens wurden leicht verletzt. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock. Beide kamen vorsorglich in ein Krankenhaus.

Die Polizei sperrte die Landesstraße 361 zwischen der rund 22.000 Einwohner zählenden Stadt Nagold und Mötzingen.

"Wir sind geschockt. Es ist eine Katastrophe."

Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann reagierte entsetzt. Alle Gedanken nach dem tragischen Ereignis gelten der Familie der Opfer, sagte er. "Wir sind geschockt. Es ist eine Katastrophe." Auch um die Helfer müsse man sich jetzt kümmern, sagte Großmann.

Landrat Helmut Riegger sprach von einem Schock für den Landkreis Calw. "Das ist ein ganz schlimmes und tragisches Unglück", sagte er. "Ich spreche allen mein Beileid aus." Der Fahrer des Müllwagens habe an mehreren Stellen hölzernen Sperrmüll abholen sollen, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens der "Bild"-Zeitung. So ein Drama habe es in der 116 Jahre langen Unternehmensgeschichte noch nie gegeben, sagte er den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". Der Fahrer des Lasters war den Informationen zufolge 54 Jahre alt, sein Beifahrer 26 Jahre alt.

Unfälle, bei denen Laster auf Personenwagen stürzen, geschehen selten, dann aber meist mit schweren Folgen. 2015 geriet ein Laster in Brandenburg kurz vor Heiligabend in den Gegenverkehr und stürzte auf einen Wagen. In dem voll besetzten Fahrzeug starben vier Menschen, nur einer überlebte.

Quelle: n-tv.de

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