Panorama
Ältere Bademoden wären möglicherweise eine Lösung.
Ältere Bademoden wären möglicherweise eine Lösung.(Foto: picture alliance / dpa)

Kölner Gericht weist Eilantrag ab: Muslim muss mit baden gehen

Beim Schwimmunterricht lässt es sich nicht vermeiden, dass Jungen ihre Mitschülerinnen im Badeanzug sehen. Dies sei nicht mit ihren Glaubensgrundsätzen vereinbar, argumentiert eine muslimische Familie vor dem Verwaltungsgericht Köln. Die Richter weisen den Eilantrag zurück.

Ein muslimischer Schüler muss einem Gerichtsbeschluss zufolge am gemeinsamen Schwimmunterricht von Jungen und Mädchen teilnehmen. Das Verwaltungsgericht Köln wies einen Eilantrag zurück, mit dem die Eltern eines zwölfjährigen Jungen dessen Befreiung vom Schwimmunterricht der siebten Klasse erreichen wollten. Gegen den Kölner Beschluss ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster möglich.

Die Eltern hatten in dem Verfahren vergeblich geltend gemacht, während des gemeinsamen Schwimmunterrichts von Jungen und Mädchen sei ihr Sohn gezwungen, seine nur mit Badekleidung bekleideten Mitschülerinnen anzusehen. Dies sei mit den islamischen Glaubensgrundsätzen der Familie nicht vereinbar.

Das Gericht verwies hingegen darauf, dass der Schüler durch die Teilnahme am Schwimmunterricht keinen größeren Konflikten ausgesetzt sei als im Alltag innerhalb und außerhalb der Schule - dort begegne er ebenfalls Mädchen und Frauen, die gelegentlich nur leicht bekleidet seien. Auch sei die Schule verpflichtet, durch getrennte Umkleidemöglichkeiten, die konkrete Ausgestaltung des Schwimmunterrichts und die pädagogische Einflussnahme auf die Mitschüler Beeinträchtigungen der Glaubensfreiheit zu vermeiden.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen