Panorama

Knöllchen für Schleier am Steuer: Muslima muss Strafe zahlen

Neue Nahrung für den Schleier-Streit in Frankreich: Ein Polizist belegt eine Muslima mit einer Geldbuße, weil sie vollverschleiert hinter dem Steuer eines Autos sitzt. Der Polizist wertet das als Gefährdung des Straßenverkehrs, die 31-jährige Frau wittert allerdings Diskriminierung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weil sie mit einem Gesichtsschleier - einem Nikab - Auto fuhr, muss eine Französin 22 Euro Bußgeld zahlen. Ihr Blickfeld werde von dem Schleier eingeschränkt, entschied ein Polizist. Er hatte die 31-Jährige in Nantes angehalten, berichtete der Sender Europe-1. Die Französin, die den Nikab seit Jahren trägt, wertete das Bußgeld als Diskriminierung und will vor Gericht ziehen.

Frankreich bereitet derzeit ein Gesetz zum Totalverbot von Kleidung vor, die wie Nikab und Burka das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verdecken. Premierminister François Fillon will das Gesetz im Eilverfahren noch vor dem Sommer durch das Parlament bringen. Die Verdeckung des Gesichts soll als Störung der öffentlichen Ordnung ausgelegt werden.

Abgeordnete brachten ein Bußgeld bis 750 Euro ins Gespräch, das von Lohn oder Sozialabgaben gepfändet werden kann. Viele vollverschleierte Muslimas in Frankreich sind konvertierte Französinnen, die erklären, sie trügen ihre Kleidung freiwillig.

Quelle: n-tv.de

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