Panorama
Montag, 12. Juni 2006

Nächtliches Duschen: Nachbarn müssen's hinnehmen

Mieter dürfen in den eigenen vier Wänden so oft duschen und baden, wie sie wollen. Nachbarn müssten die damit verbundene Lärmbelästigung hinnehmen.

Mietvertragsklauseln oder Regelungen in der Hausordnung, die nächtliches Baden und Duschen verbieten, sind unzulässig. Das Landgericht Köln entschied, dass Baden und Duschen auch nach 22 Uhr oder sogar mitten in der Nacht erlaubt sind und wiesen damit eine fristlose Kündigung einer Kölner Vermieterin zurück. Sie hatte ihrer Mieterin mit der Begründung gekündigt, dass die Mieterin in zahlreichen Nächten nach 24 Uhr durch Baden und die damit verbundenen Wassergeräusche Mitbewohner gestört habe. Hierdurch habe sie ständig und hartnäckig mietvertragliche Pflichten verletzt und insbesondere gegen die Hausordnung verstoßen. Die Hausordnung sei hier aber nicht maßgeblich, so die Kölner Richter.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf schränkte das nächtliche Plantschen allerdings etwas ein: Maximal 30 Minuten sind demnach angemessen. Wiederholtes Dauerduschen nach Mitternacht ist nach wie vor nicht zumutbar, erläutert der Deutsche Mieterbund (DMB) in Berlin.

Auch mit anderen Lärmbelästigungen müssen Mieter leben. So gehört es zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Wohnung, wenn ein Mieter eine Pendeluhr aufhängt. Dass deren halbstündiges Schlagen in der Nachbarwohnung wahrnehmbar ist, muss geduldet werden. Gleiches gilt für morgendliches Kindergeschrei. Es rechtfertigt - glücklicherweise - keine Mietminderung.

Quelle: n-tv.de

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