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Die Ebola-Krankheit verläuft meist tödlich.
Die Ebola-Krankheit verläuft meist tödlich.(Foto: REUTERS)

Alarm nach Ebola-Todesfall: Nigeria überwacht Grenzen

Schon Hunderte Opfer forderte Ebola in Afrika. Nun gibt es auch einen Todesfall in Nigeria - und das Land ist alarmiert. Flughäfen, Häfen und die Landesgrenzen werden verstärkt kontrolliert.

Mehrere Landesgrenzen übersprungen: Mit Lagos erreicht das Ebola-Virus eine Metropole mit neun Millionenn Einwohnern.
Mehrere Landesgrenzen übersprungen: Mit Lagos erreicht das Ebola-Virus eine Metropole mit neun Millionenn Einwohnern.

Als Reaktion auf den Tod eines Ebola-Kranken in Nigeria hat das Land seine Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Alle Flughäfen, Seehäfen und Landesgrenzen würden nach diesem ersten Auftreten der tödlichen Seuche im Land verstärkt überwacht, zitierte die britische BBC Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu.

Dem Bericht zufolge war ein Liberianer am vergangenen Sonntag bei seiner Ankunft am Flughafen von Lagos zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden. Er sei am Dienstag in Quarantäne gestorben.

Die Ebola-Epidemie brach im März in Guinea aus und breitete sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone aus. Bis Mitte Juli starben in der westafrikanischen Region mehr als 600 Menschen an dem Virus.

Mit Nigeria erreicht das Virus den bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Die Region rund um die Wirtschaftsmetropole Lagos ist dicht besiedelt. Hauptstadt Nigerias ist das deutlich kleinere Abuja im Landesinneren.

Flugreisende unter Quarantäne

Behörden zufolge soll das 40-jährige Opfer in Nigeria ein Angestellter der liberianischen Regierung gewesen sein. Seine Mitreisenden auf dem Flug wurden laut Chukwu ausfindig gemacht und unter Beobachtung gestellt. Gegen die zumeist tödlich verlaufende Fieberkrankheit gibt es weder eine Schutzimpfung noch eine Therapie.

"Die Epidemie ist außer Kontrolle", hatten Experten der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) bereits Ende Juni gewarnt. "Mit dem Auftauchen neuer Herde in Guinea, in Sierra Leone und in Liberia ist das Risiko einer Ausbreitung auf andere Gebiete real", hatte MSF-Einsatzleiter Bart Janssens erklärt. Mit dem Ebola-Fall in Lagos wurde das Virus nun erstmals an einem überregional bedeutsamen Luftdrehkreuz entdeckt.

Ebola wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Bei manchen Erregertypen verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich.

Quelle: n-tv.de

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