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Ein als Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verkleideter Narr feiert beim Rosenmontagszug in der Innenstadt von Mainz (Rheinland-Pfalz) und jubelt den Menschen von einer goldenen Kanzel aus zu.
Ein als Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verkleideter Narr feiert beim Rosenmontagszug in der Innenstadt von Mainz (Rheinland-Pfalz) und jubelt den Menschen von einer goldenen Kanzel aus zu.(Foto: dpa)

Untersuchung abgeschlossen, Bericht im Vatikan: Papst entscheidet über Tebartz-van Elst

In der unendlichen Geschichte um den Limburger Skandalbischof ist ein neues Kapitel aufgeschlagen: Der Untersuchungsbericht um die explodierten Baukosten für den Bischofssitz ist fertig - jetzt wird er im Vatikan geprüft.

Der Papst hat nun das wichtigste Papier für eine Entscheidung über die Zukunft des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst vorliegen. Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, übergab den mit Spannung erwarteten Untersuchungsbericht zu den Kosten für den Limburger Bischofssitz im Vatikan.

Allerdings geht das Rätselraten über die Zukunft von Tebartz-van Elst weiter. Es gebe keinen Zeitplan für die geplante Offenlegung des Berichts zu den Baukosten auf dem Limburger Domberg, teilte die Bischofskonferenz in Bonn mit. Zunächst müssten die Beratungen der Bischofskongregation im Vatikan abgeschlossen sein.

Zollitsch hatte zuletzt gesagt, er rechne nicht mit einer Entscheidung über die Zukunft von Tebartz-van Elst vor der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischofskonferenz vom 10. bis 13. März in Münster. Unklar bleibt auch, ob der Limburger Bischof das Papier bereits erhalten hat.

Zollitsch dankte aber unter anderem auch Tebartz-van Elst für seinen Beitrag. "Im Sinne des Prüfungsauftrags war uns sehr an einem Beratungsprozess gelegen, der den beteiligten Interessen fair und umfassend Rechnung trägt", sagte er.

Skandal durch Protestbrief eingeläutet

Den Skandal um den Limburger Bischofssitz hatte im August 2013 ein Protestbrief Frankfurter Katholiken an ihren Oberhirten eingeläutet. Einen Höhepunkt erreichte die Krise im Bistum im Oktober, als klar wurde, dass der neue Bischofssitz auf dem Domberg mindestens 31 Millionen Euro kostet. Ursprünglich war von rund fünf Millionen Euro die Rede. Im selben Monat verordnete Papst Franziskus dem Bischof eine Auszeit. Tebartz-van Elst zog sich daraufhin in ein Kloster nach Niederbayern zurück, der 54-Jährige wurde ab und zu aber auch in Limburg und Rom gesehen.

Die von der Bischofskonferenz berufene Expertenkommission sollte den Bau auf dem Domberg detailliert prüfen. Nach Angaben vom Montag kam sie insgesamt achtmal zusammen, um vor allem herauszufinden, warum die Kosten derart in die Höhe geschnellt sind und seit wann die Bistumsleitung von den tatsächlichen Summen gewusst hat. Nach früheren Medienangaben enthält der Abschlussbericht keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Vergehen des Bischofs.

Quelle: n-tv.de

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