Der Regisseur von "Kaspar Hauser"Peter Sehr erliegt Krebserkrankung

Peter Sehr ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Er war Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Sein letztes Werk "Ludwig II." war letztes Jahr in den Kinos zu sehen.
Filmregisseur Peter Sehr ist im Alter von 61 Jahren in München an Krebs gestorben. Die Leidenschaft des Filmemachers galt dem Kino abseits des Mainstreams. Sein letzter Spielfilm über den bayerischen König "Ludwig II." war im Dezember in die Kinos gekommen. Zu seinen erfolgreichsten Werken zählen die Filme "Kaspar Hauser" (1993) mit André Eisermann, Uwe Ochsenknecht, Katharina Thalbach und Peter Lohmeyer und "Obsession" (1997) mit Daniel Craig und Heike Makatsch. Sehr wurde mit dem Deutschen Filmpreis, dem Bayerischen Filmpreis und mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet.
Der Filmemacher hatte in Zürich Biophysik studiert und in Oxford promoviert. Dort leitete er die Filmgruppe der Universität und drehte erste Kurzfilme mit seiner späteren Frau und Regiepartnerin Marie Noëlle. Seit 1982 lebte er in München. Sehr war nicht nur Regisseur, sondern auch Drehbuchautor, Produzent, Mitbetreiber des Münchner ARRI Kinos und Mitglied der Deutschen, Deutsch-Französischen und Europäischen Filmakademie. Er arbeitete viel mit französischen und spanischen Filmschaffenden zusammen. Vom französischen Kultusministerium erhielt er den Orden der Künste und der Literatur.
Der Regisseur unterrichtete zudem an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und an der Filmakademie Baden-Württemberg. Mit seiner Frau Marie Noëlle gründete er 1988 die Produktionsfirma "P'Artisan". Zusammen brachten sie mehrere Filme auf die Leinwand, darunter auch das Historienstück „Die Frau des Anarchisten“ (2008) und das an den Kinokassen gefloppte Drama „Ludwig II.“.