Panorama

Boeing legt Sturzflug hinPilot nach Nickerchen desorientiert

17.04.2012, 20:51 Uhr
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Kann ja mal passieren: Links der Mond, rechts die Venus. (Foto: picture alliance / dpa)

Als der Co-Pilot einer Air-Canada-Maschine aus einer Ruhepause erwacht, sieht er ein helles Objekt auf sich zukommen. Sofort setzt er zum Sinkflug an, mehrere unangeschnallte Passagiere verletzen sich. Doch der Co-Pilot wird nicht als Held gefeiert. Denn was ihn in Panik versetzt, ist kein anderes Flugzeug - sondern die Venus.

Ein Co-Pilot der Fluglinie Air Canada setzte im Januar 2011 zum Sturzflug an, weil er eine Maschine auf seine Boeing 767 zukommen sah. Wie sich nun in einem Untersuchungsbericht der kanadischen Flugsicherheitsbehörde herausstellte, handelte es sich bei dem hellen Objekt am Himmel aber gar nicht um ein anderes Flugzeug, sondern um einen Planeten: die Venus. 14 Passagiere und zwei Crew-Mitglieder wurden bei dem Ausweichmanöver vor über einem Jahr verletzt. Das Flugzeug war mit 95 Passagieren und acht Mitarbeitern auf dem Weg von Toronto nach Zürich unterwegs.

Laut den Unterlagen war der Co-Pilot gerade aus dem Schlaf erwacht, als er vom Piloten darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sich eine gut 300 Meter tiefer fliegende Militärmaschine der Boeing näherte. Der Mann sah aber etwas direkt auf sich zukommen und verwechselte die Venus mit einem anderen Flugzeug. Im Glauben, "auf Kollisionskurs zu sein, begann er mit dem Sinkflug", heißt es in dem Bericht. Bei dem Sturzflug wurden mehrere unangeschnallte Passagiere aus ihren Sitzen geschleudert, sieben der insgesamt 14 Verletzten wurden nach der Landung in einem Krankenhaus in Zürich behandelt.

Nach Angaben der kanadischen Behörde hatte sich der Co-Pilot nicht an die Vorschriften gehalten. Die besagen, dass nach einer maximalen Ruhe von 40 Minuten eine Aufwachzeit von 15 Minuten nötig ist, bevor der Pilot wieder ans Steuer zurückkehrt.

Quelle: ntv.de, dpa