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In Begleitung seines Anwalts zeigte der verdächtige Amrumer den Suchkräften den Ort der Leiche.
In Begleitung seines Anwalts zeigte der verdächtige Amrumer den Suchkräften den Ort der Leiche.(Foto: Polizeidirektion Flensburg/dpa)
Donnerstag, 12. Oktober 2017

Verdächtige geben Fundort preis: Polizei findet Leiche von Flüchtling

Ein Iraker und zwei seiner Nachbarn auf Amrum verschwinden im April plötzlich. Zunächst glaubt die Polizei, die drei hätten die Insel verlassen. Doch dann zeichnet sich ab, dass der Iraker Opfer eines Verbrechens ist. Ein Verdächtiger führt die Beamten nun zur Leiche.

Ein seit April vermisster 27-jähriger Flüchtling von der Insel Amrum in Schleswig-Holstein ist tot. Wie die Polizei in Flensburg mitteilt, wurde seine vergrabene Leiche am Donnerstag an der Südspitze Amrums von Suchkräften gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann aus dem Irak von zwei Bekannten getötet wurde.

Die 20- und 26-jährigen Amrumer waren bereits vor Entdeckung der Leiche in der vergangenen Woche im sächsischen Chemnitz unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Laut Polizei führte der jüngere der beiden die Beamten nun zu dem Leichnam. Er war in Begleitung seines Anwalts nach Amrum gebracht worden und zeigte den Suchkräften den Ort.

Nach Angaben der Ermittler wohnten der Getötete und die beiden Verdächtigen auf Amrum in einem Mehrfamilienhaus zusammen. Sie gehen von einer sogenannten Beziehungstat unter Bekannten aus, die möglichen Hintergründe des Verbrechens sind jedoch unklar.

Täter und Opfer waren zunächst gemeinsam als vermisst gemeldet

Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass die drei jungen Männer sich im April gemeinsam entschlossen hatten, Amrum mit unbekanntem Ziel zu verlassen. Hinweise auf ein Verbrechen lagen zunächst nicht vor, auch wenn die Beamten eine öffentliche Vermisstenfahndung in die Wege leiteten.

Die Hinweise auf ein Verbrechen verdichteten sich jedoch, nachdem die beiden Amrumer im Juli wieder auftauchten, aber keine Angaben zum Verbleib des 27-Jährigen machen konnten. Auch andere Erkenntnisse ließen die Ermittler befürchten, dass dieser die Insel nie verlassen hatte. So benutzte dieser weder sein Konto noch sein Mobiltelefon oder soziale Netzwerke.

Anfang Oktober begannen die Beamten, auf Amrum unter anderem mit Spürhunden nach der Leiche des Vermissten zu suchen. Die beiden Verdächtigen waren nach der Befragung im Juli zunächst weitergezogen, weil gegen sie damals keine Verdachtsmomente vorlagen. Am vergangenen Donnerstag wurden sie dann in Chemnitz festgenommen.

Quelle: n-tv.de

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