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Durch einen Laubbläser wurde ein Steinchen gegen ein Auto geschleudert.
Durch einen Laubbläser wurde ein Steinchen gegen ein Auto geschleudert.(Foto: dpa)

Sägen und Mistgabeln in Eschweiler: Polizei rettet Laubbläser vor Lynchmob

Schreie, Gebrüll, Mistgabeln und blanke Wut - so finden Polizeibeamte etwa 40 aufgebrachte Nachbarn in Eschweiler vor. Die Situation scheint zu eskalieren, ein Anwohner spricht sogar von einem "Massaker". Was ist passiert?

Ein Laubbläser hat durch eine Nichtigkeit in Eschweiler bei Aachen Dutzende Menschen so aufgebracht, dass die Polizei mit acht Streifenwagen am Einsatzort anrückte. Ein Anrufer hatte sie wegen eines bevorstehenden "Massakers" alarmiert. Rund 100 Leute sollten dem Mann zufolge an einer Massenschlägerei beteiligt sein, viele davon mit Gartengerät bewaffnet.

Als die Beamten eintrafen, fanden sie rund 40 erregte Menschen vor - "einige von ihnen tatsächlich bewaffnet mit Sägen, Heckenscheren, Mistgabeln, Baseballschläger, Golfschläger und Rechen", heißt es im Polizeibericht. Offenbar wurden die Beamten sehr schnell von der Menge umzingelt, jeder Beteiligte habe seine Meinung persönlich und lautstark mitteilen wollen, heißt es im Bericht weiter.

Man rüstet sich zum Kampf

Grund der Aufregung: Bei Baumarbeiten sind am vergangenen Samstag Blätter und kleine Äste auf den Gehweg gefallen. Mit Hilfe eines Laubbläsers wollten die Arbeiter das Laub von der Straße entfernen. Durch den Luftausstoß eines Geräts wurde anscheinend ein Steinchen vom Gehweg gegen das Auto eines Anwohners geschleudert.

Der Besitzer beschwerte sich beim Baumarbeiter, Passanten mischten sich ein, ein Wort gab das andere, und man rüstete zum Kampf. Offenbar durchliefen die Anwohner mehrere "Eskalationsstufen", wie die Polizei in ihrem etwas sarkastisch formulierten Bericht schreibt. Die Beamten hätten demnach jedoch allein mit Stimmgewalt ein "Gemetzel" verhindern können. Sie rieten den Baumarbeitern, den Tatort zu verlassen - und fertigten zudem reihenweise Anzeigen aus.

Im Eifer des Gefechts der "Schlägerei" gab es trotzdem einen Verletzten. Der Mann war bei der Auseinandersetzung von einer Leiter, die aber nicht als Steighilfe, sondern eher als Waffe zum Einsatz kam, am Kopf getroffen und verletzt worden. Er wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Quelle: n-tv.de

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