Panorama

Explosion in Kaiserslautern geplant?Polizei sichert große Mengen Sprengstoff

06.01.2017, 18:41 Uhr
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Die Polizei rückte mit schwerem Gerät am Elternhaus des 18-Jährigen an. (Foto: dpa)

Mehr als 100 Kilogramm Explosivstoffe sichern LKA-Experten derzeit im westpfälzischen Lauterecken. Im Elternhaus eines 18-Jährigen hatte die Polizei das Arsenal gefunden. Ist der 18-Jährige Anhänger der rechten Szene?

Sprengstoffexperten haben im westpfälzischen Lauterecken mit dem Abtransport von mehr als 100 Kilogramm Explosivstoff aus einem Privathaus begonnen. Bis zum Abend konnte laut Polizei mehr als die Hälfte der Substanzen aus den Stadt geschafft werden, am Samstag soll der Rest geborgen werden. Die pyrotechnischen Stoffe waren im Elternhaus eines 18-Jährigen entdeckt worden. Die Ermittler prüfen, ob er und ein mutmaßlicher Komplize aus Nordrhein-Westfalen einer rechten Gruppierung angehören und eine Explosion in Kaiserslautern geplant haben - was beide bestreiten.

Die jungen Männer sitzen inzwischen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Untersuchungshaft. Der 18-Jährige und der 24-Jährige aus NRW bezeichnen sich laut Ermittlungsbehörden als Freizeit-Pyrotechniker und gaben an, sie hätten das Material für ein privates Silvesterfeuerwerk nutzen wollen. Islamistische Motive schließen die Ermittler aus.

Aus Sicherheitsgründen brachten die Experten des Landeskriminalamtes immer nur kleine Mengen der Substanzen aus dem Keller des Hauses nach oben. Dort wurden die Stoffe in einen Spezialcontainer gepackt und abtransportiert. "Die werden mit der Unterstützung der Bundeswehr an einer sicheren Örtlichkeit gelagert", sagte ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben gehören zu den Stoffen Silvesterraketen mit Prüfzeichen, Böller ohne Prüfzeichen sowie selbst hergestellte Sprengstoffe.

In dem Ort mit seinen rund 2000 Einwohnern war die Gegend im Umkreis von 100 Metern um das Haus abgesperrt. 66 Polizeibeamte, 46 Feuerwehrleute und zehn Mitarbeiter des Rettungsdienstes waren bei klirrender Kälte im Einsatz. "Für die Einsatzkräfte ist es schon eine Belastung", sagte eine Polizeisprecherin mit Blick auf die Temperaturen, die am Morgen bei minus zwölf Grad gelegen hatten. Die Arbeiten sollen an diesem Samstag den ganzen Tag über fortgesetzt werden. Dafür müssen erneut mehrere Dutzend Anwohner ihre Häuser in der Gegend verlassen, die am Freitag abgeriegelt worden war.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa

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