Panorama
Video

Anschlagsserie auf Transporter: Polizei sucht Autobahn-Schützen

Ein Unbekannter schießt seit mehreren Jahren auf Lastwagen, die auf Autobahnen unterwegs sind. Hunderte Male schlägt er zu. Die Ermittler tappen bislang im Dunkeln. Sie setzen nun auf die Hilfe der Öffentlichkeit. Der Schütze wechselt unterdessen das Kaliber.

Seit drei Jahren wird nach dem Täter gefahndet.
Seit drei Jahren wird nach dem Täter gefahndet.(Foto: Bundeskriminalamt)

Eine mysteriöse Anschlagsserie mit Schüssen auf Hunderte Autotransporter in Deutschland gibt der Polizei bislang viele Rätsel auf. "Bis heute haben wir keinen konkreten Hinweis auf den oder die Täter", sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke. Auch die Motive des Schützen seien völlig unklar. Für Hinweise, die zum Durchbruch bei den Ermittlungen führen, wurde eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt: "Wir benötigen die Hilfe von LKW-Fahrern, Betroffenen und Bürgern", sagte Ziercke.

Seit 2008 wurde in mehreren Bundesländern über 700 Mal auf Lastwagen geschossen. Tatorte waren vor allem Autobahnen: Das BKA listet unter anderem die A3 von Bayern bis Nordrhein-Westfalen auf, die A5 zwischen Kirchheim (Hessen) und dem Autobahnkreuz Karlsruhe oder die A61 zwischen dem Autobahnkreuz Kerpen in Nordrhein-Westfalen und dem Autobahndreieck Nahetal in Rheinland-Pfalz.

Den Fahndern zufolge verwendete der Täter bei den Anschlägen bis zum Frühjahr 2012 Schusswaffen des Kalibers .22, was einem Geschossdurchmesser von 5,6 Millimetern entspricht. Bei rund 40 Anschlägen kamen zuletzt jedoch Waffen des Kalibers neun Millimeter zum Einsatz. Ziercke sprach in diesem Zusammenhang von einer "Lageverschärfung": Wegen der höheren Durchschlagskraft von Neun-Millimeter-Geschossen sei die Gefahr für die Verkehrsteilnehmer deutlich gestiegen.

Vermutet wird, dass der Täter ein LKW-Fahrer sein könnte, der während der Fahrt auf den Gegenverkehr schießt. Dabei zielt er meist auf Fahrzeuge, die auf Lastwagen transportiert werden, in einigen Fällen aber auch auf die Zugmaschinen. Der Schütze traf aber nicht nur Fahrzeuge. Ende 2009 wurde eine 40-jährige Frau bei Würzburg in ihrem Auto am Hals getroffen und schwer verletzt. Das sei vermutlich nicht beabsichtigt gewesen, erklärten die Ermittler. Trotzdem ermittelt die Koblenzer Staatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachts der versuchten Tötung. "Wir schließen bedingten Tötungsvorsatz nicht aus", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Harald Kruse.

Die Ermittlungen sind intensiviert worden. Ein präparierter LKW, den Beamte als eine Art Lockvogel über die Autobahnen gefahren hatten, brachte keinen Erfolg. Seit Oktober 2012 ermitteln 90 Beamte von BKA und Polizei gemeinsam in der "Besonderen Aufbauorganisation Transporter." Ein Problem dabei: Weil die Einschusslöcher meist erst beim Abladen der Wagen gefunden wurden, lässt sich kaum ermitteln, wo die Schüsse abgefeuert wurden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen