Panorama
Zum Auftakt an Weiberfastnacht waren in Köln deutlich weniger Menschen als sonst unterwegs.
Zum Auftakt an Weiberfastnacht waren in Köln deutlich weniger Menschen als sonst unterwegs.(Foto: dpa)

"Übliches Chaos" an Karneval: Polizei überprüft Vergewaltigungs-Verdacht

Bis auf das "übliche Chaos" blieb die Lage in den Karnevalsburgen ruhig. Allerdings wurden in Köln mehr sexuelle Übergriffe als 2015 gezählt - eine junge Frau soll niedergeschlagen und vergewaltigt worden sein. Der mutmaßliche Täter wird derzeit verhört.

Schlägereien, Ruhestörungen und Sachbeschädigungen: Aus Sicht der Einsatzkräfte ist die Karnevalsnacht in Nordrhein-Westfalen trotz des üblichen Chaos vergleichsweise ruhig verlaufen. Zustände wie in der Silvesternacht blieben aus, doch besonders in der Karnevalshochburg Köln musste die Polizei in den Abendstunden immer wieder eingreifen.

Eine 27 Jahre alte Frau soll auf offener Straße niedergeschlagen und vergewaltigt worden sein, wie Dirk Weber, Pressesprecher der Kölner Polizei, n-tv.de bestätigte. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ereignete sich die Tat gegen 3 Uhr. Die junge Frau sei von dem Unbekannten angesprochen worden. Dann habe er ihr auf dem Handy pornografische Videoaufnahmen gezeigt und sie derart brutal geschlagen, dass sie das Bewusstsein verlor. Ein 17 Jahre alter Flüchtling sei bereits festgenommen worden, so Weber. Derzeit prüften die Beamten aber noch, ob es sich um den Täter handelt oder ob sich der junge Mann nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort befand.

Insgesamt wurden 224 Anzeigen wegen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen aber auch sexueller Übergriffe aufgenommen. Elf Polizisten wurden bei Auseinandersetzungen leicht verletzt. Mit dem erhöhten Alkoholkonsum sei in den Abendstunden auch das Aggressionspotenzial gestiegen. Rund 180 Menschen landeten im Polizeigewahrsam.

Mehr Polizisten vor Ort

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht waren die Sicherheitsvorkehrungen in Köln deutlich verschärft worden. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Am Dom wurde ein "Security Point" für Frauen eingerichtet.

Bis zum Freitagmorgen registrierte die Polizei laut Pressemitteilung 23 Taschendiebstähle, 143 Körperverletzungen und sechs Raubstraftaten. Darüber hinaus seien 22 Sexualdelikte angezeigt worden. Diese Delikte beinhalten laut Polizei den Straftatbestand von der sexuellen Beleidigung bis hin zur Vergewaltigung. Dem WDR zufolge seien damit mehr sexuelle Übergriffe angezeigt worden als 2015 während des gesamten Straßenkarnevals.

Friedliche Weiberfastnacht in Bonn und Duisburg

Die Düsseldorfer Polizei machte am Morgen zunächst keine Angaben zu ihrer Einsatzbilanz. In Bonn und Duisburg blieb es nach Polizeiangaben dabei überwiegend friedlich. "Außer ein paar Auseinandersetzungen und Ruhestörungen gab es bei uns nichts Gravierendes", sagte ein Duisburger Polizeisprecher.

Ähnlich äußerte sich die Polizei in Mönchengladbach. In der Gemeinde Stukenbrock im Kreis Gütersloh wurde eine 24-jährige Frau nach ersten Erkenntnissen während des Straßenkarnevals vergewaltigt. Sie hatte sich am Donnerstagabend bei der Polizei gemeldet. Wenig später nahmen die Beamten einen 29-jährigen Verdächtigen fest.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen