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Rätselhaftes Schiffsunglück vor Fehmarn: "Ob und wie der Fischkutter geborgen wird, müssen die Untersuchungen ergeben."
Rätselhaftes Schiffsunglück vor Fehmarn: "Ob und wie der Fischkutter geborgen wird, müssen die Untersuchungen ergeben."(Foto: REUTERS)

Wrack der "Condor" in der Ostsee: Polizeitaucher entdecken Unglückskutter

Das Schicksal der beiden Fischer erschüttert die Ostseeinsel Fehmarn - und stellt Experten vor ein Rätsel: Am vergangenen Wochenende versinkt ihr Fischkutter unter mysteriösen Umständen im Meer. Erst Tage später stoßen Spezialisten auf das Wrack.

Das Wrack des am 6. Februar vor Fehmarn in der Ostsee gesunkenen Fischkutters "Condor" ist gefunden: Der etwa 16 Meter lange Kutter liege in etwa 22 Metern Tiefe rund drei Seemeilen östlich vor Fehmarn, sagte eine Polizeisprecherin in Lübeck. Der Entdeckung des Wracks war eine umfangreiche Suchaktion vorausgegangen.

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Bei dem Unglück vor vier Tagen waren der 52 Jahre alte Kapitän und der 45-jährige Deckmann unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Das Wrack galt den Unfallermittlern als wichtigster Schlüssel, um den genauen Hergang des Unglücks aufzuklären. Taucher der Polizei nahmen das Wrack an seiner Ruhestätte am Meeresgrund am Mittwoch erstmals in Augenschein.

"Die Ermittlungen können nun beginnen, um die Ursache für diesen Schiffsuntergang zu klären", teilte die Polizei mit. "Wie sich die Ermittlungen gestalten, wird in den nächsten Tagen geklärt." Vor Ort im Einsatz ist unter anderem das Wasserschutzpolizei-Küstenboot "Falshöft" aus Kiel. Die Ermittler werden unterstützt von Polizeitauchern einer Einsatzhundertschaft aus Eutin. Sie sollen am Wrack erste Ursachenforschung unter Wasser betreiben. "Ob und wie der Fischkutter geborgen wird, müssen die Untersuchungen ergeben", heißt es.

Koordiniert werden die Maßnahmen von der Kieler Wasserschutzpolizei, die zusammen mit der Staatanwaltschaft Kiel, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung die Ermittlungen führt.

Untergang bei ruhiger See?

Der Tod der beiden Seeleute lässt den Experten keine Ruhe: Wie und warum mussten die beiden Fischer sterben? Die leblosen Körper des Kapitäns und des Deckmannes waren am Samstagabend nordöstlich der Südspitze Fehmarns im Wasser treibend entdeckt worden.

Kollegen und Seenotretter gehen davon aus, dass die beiden Männer plötzlich und überraschend in eine Notlage geraten sein mussten. Einen Hilferuf per Funk gab es nicht. Das Radarsystem, das selbstständig Positionsdaten an das sogenannte AIS-System übermittelt war offenbar seit Tagen abgeschaltet. Der rund 16 Meter lange Kutter galt als seetüchtig und soll regelmäßig gewartet worden sein. Dennoch gab es kein automatische Notsignal. Nur bei einem der beiden Seeleute wurde ein Rettungsring gefunden.

Besonders rätselhaft: Die beiden Mitglieder der Fischereigenossenschaft Fehmarn galten als erfahren und als eingespieltes Team. Zum Unglückszeitpunkt herrschte nach Angaben der "Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" vergleichsweise moderate Wetterbedingungen mit Südwind der Stärke 4.

Der Fischkutter "Condor" war am Samstag von seinem Heimathafen Burgstaaken auf Fehmarn aufgebrochen, heißt es in einem Bericht der "Ostsee-Zeitung". Die letzte bekannte Position liegt 6,5 Kilometer östlich des Leuchtturms Staberhuk an der Ostspitze von Fehmarn. Hier wurden die Leichen des 52-jährigen Kapitäns und seines 45 Jahre alten Decksmanns im Wasser treibend gefunden. Danach verlor sich die Spur des Kutters. Später wurde das Wrack am Meeresgrund rund 3,5 Seemeilen nordöstlich von Staberhuk (Fehmarn) gefunden.

Nachdem der Kutter einige Stunden überfällig war und nicht mehr zurückkehrte, hatte die Seenotrettung eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet. Neben den Seenotrettern waren Schiffe der Wasserschutzpolizei, der Bundespolizei und der dänischen Seenotretter im Einsatz. Auch ein deutscher und ein dänischer Rettungshubschrauber suchten zeitweise nach den Vermissten.

Anmerkung: Die Angaben zur Position des Wracks wurden korrigiert. Ursprünglich hieß es in dem Beitrag irrtümlicherweise, der gesunkene Fischkutter liege knapp zehn Kilometer östlich der Gemeinde Dahme.

Quelle: n-tv.de

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