Brand am AKW KrümmelReaktor doch betroffen
Nach dem Brand im Atomkraftwerk Krümmel ist es zu wesentlich weitgehenderen Störungen gekommen als bisher bekannt. Die Kieler Aufsichtsbehörde berichtete über drei Störungen, die der Betreiber Vattenfall bisher nicht veröffentlich hatte.
Nach dem Brand im Atomkraftwerk Krümmel ist es zu wesentlich weitgehenderen Störungen gekommen als bisher bekannt. Die Kieler Aufsichtsbehörde berichtete über drei Störungen, die der Betreiber Vattenfall bisher nicht veröffentlich hatte.
Demnach kam es durch "unplanmäßiges Öffnen von zwei Sicherheits- und Entlastungsventilen" und den "unplanmäßigen Ausfall einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen" zu einem schnellen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter, wie ein Sprecher das für Reaktorsicherheit zuständige Sozialministeriums mitteilte. Vattenfall hatte bisher erklärt, der Atomreaktor selbst sei von dem Brand am Donnerstag letzter Woche nicht betroffen gewesen.
Ein weiteres Problem betraf die Transformatoren, von denen einer Feuer gefangen hatte: Laut Ministerium wurde auch ein zweiter nicht betroffener Transformator abgeschaltet. Das wäre aber laut Sprecher nicht notwendig gewesen, der Reaktor hätte mit abgesenkter Leistung weiterlaufen können. "Die Schnellabschaltung hätte nicht sein müssen", sagte Sprecher Oliver Breuer.
Gutachter hätten bei einer Begehung des Brandortes schwere Brandschäden an dem betroffenen Transformator festgestellt, erklärte Breuer. Eine Brandursache sei noch nicht gefunden. Vattenfall hatte bisher einen Kurzschluss und entzündete Kühlflüssigkeit als Brandursache genannt. Am Montag hatte das Unternehmen erklärt, der Reaktor bleibe vorerst abgeschaltet.