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Michael Schumacher lag fast ein halbes Jahr im Koma (Archivbild).
Michael Schumacher lag fast ein halbes Jahr im Koma (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Ex-Rennfahrer beginnt Rehabilitation: Schumacher ist wach und in Lausanne

Von Roland Peters

Der verunglückte Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher liegt nicht mehr im Koma und auch nicht mehr im Krankenhaus in Grenoble. Er wurde in die Schweiz verlegt. Schumacher hatte sich Ende Dezember beim Skifahren ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen.

Was passiert mit Michael Schumacher? Die erste Nachricht klang atemberaubend: Der Formel-1-Rekordweltmeister sei aus dem Koma erwacht und habe das Krankenhaus bereits verlassen. Ein Erfolg der außerordentlichen Diskretion von Seiten der Klinik in Grenoble? Fehlende Zwischenstände über seinen Zustand aus Management und Familie? Ungewohnte Zurückhaltung der Medien? Oder gar eine Wunderheilung?

Eigentlich nichts davon, denn die Fakten sind einfach. Erstens: Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher liegt rund fünfeinhalb Monate nach seinem Skiunfall nicht mehr im künstlichen Koma, wie seine Managerin Sabine Kehm schriftlich mitteilte.

Zweitens: Das Sportidol hat das CHU Grenoble in Frankreich verlassen, "um seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen". Mehr ist in dem Statement zum Zustand des 45-Jährigen kaum zu erfahren. Dass er die Klinik "verlassen" habe, ist unter Umständen missverständlich: Sehr wahrscheinlich ist, dass Schumacher nicht einfach aus der Klinik spazierte, sondern per Transport verlegt wurde. Das würde auch zu der Formulierung passen, er müsse nun die "lange Phase der Rehabilitation" fortsetzen.

Von Frankreich in die Schweiz

Wohin er gebracht wurde, war, drittens, zunächst unklar. Dann fand aber die Schweizer Nachrichtenagentur sda heraus, dass der verunglückte Ex-Rennfahrer nun in Lausanne in der dortigen Universitätsklinik liegt. Dies teilte der Kliniksprecher Darcy Christen mit. Wie lang die "lange Phase" nun dauert, wie sie aussieht und wie es Schumacher im Detail geht – unklar.

Seit Schumacher am 29. Dezember 2013 in Méribel beim Skifahren mit dem Kopf auf einen Felsen prallte und sich dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zuzog, ist womöglich nicht immer alles nach Plan gelaufen. Während des Aufwachens aus dem künstlichen Koma etwa, das im Januar eingeleitet worden war, soll es Komplikationen gegeben haben. Unbestätigten Berichten zufolge war der Prozess von einer Lungenentzündung verzögert worden.

Anfang April hatte Managerin Kehm dann bestätigt, dass Schumacher "Momente des Bewusstseins und des Erwachens" zeige. Seitdem hatte es keine offiziellen und bestätigten Informationen zu Schumacher mehr gegeben.

Genesungswünsche aus Brasilien

Die Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien hatte Schumacher noch am Samstag gegrüßt. "Er ist genauso fußballverrückt wie wir alle. Wir, die Mannschaft und der DFB möchten seiner Familie weiterhin viel Kraft wünschen", hatte Lukas Podolski gesagt und hinzugefügt: "Wenn wir den Titel gewinnen sollten, wäre das ein Stück, womit man ihm eine Freude machen kann."

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Quelle: n-tv.de

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