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115 Kardinäle sind berechtigt, über den neuen Papst abzustimmen.
115 Kardinäle sind berechtigt, über den neuen Papst abzustimmen.(Foto: REUTERS)

Missbrauchsopfer mahnen vor Konklave: Schwarze Liste belastet Kardinäle

Papst Benedikt XVI. ist zurückgetreten. In den kommenden Tagen treffen sich die Kardinäle, um einen Nachfolger zu suchen. Vor der Entscheidung über einen neuen Papst taucht nun eine Schwarze Liste auf. Missbrauchsopfer setzen das Konklave unter Druck.

Auch Kardinal Peter Turkson aus Ghana steht auf der Schwarzen Liste.
Auch Kardinal Peter Turkson aus Ghana steht auf der Schwarzen Liste.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Opfer von sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche haben eine Schwarze Liste möglicher Kandidaten für das Amt des Papstes veröffentlicht. Die Liste enthält die Namen von zwölf Kandidaten für die Nachfolge von Benedikt XVI., denen verharmlosende Äußerungen zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche oder das Inschutznehmen pädophiler Geistlicher vorgeworfen wird.

Zudem sprach sich die US-Organisation Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP) gegen die Wahl eines Mitglieds der römischen Kurie zum neuen Papst aus. "Nach unserer Überzeugung hat kein derzeitiger Vatikan-'Insider' den Willen, wirklich reinen Tisch im Vatikan oder anderswo zu machen", sagte SNAP-Vorstand David Clohessy.

Der als aussichtsreicher Kandidat für den Heiligen Stuhl geführte Kardinal Peter Turkson aus Ghana wurde wegen seiner Behauptung auf die Schwarze Liste gesetzt, es gebe nur wenig Kindesmissbrauch durch Kleriker in Afrika, weil Homosexualität dort nicht toleriert werde. Kardinal Dominik Duka aus Tschechien wurde für seine Äußerung kritisiert, nur zehn Prozent der Vorwürfe gegen Priester seien bewiesen. Kardinal Tarcisio Bertone aus Italien kam auf die Liste, weil er die hohe Zahl von Fällen des sexuellen Kindesmissbrauchs auf eine "homosexuelle Infiltration" des Klerus' zurückführte.

Drei US-Bischöfe wurden auf die Liste gesetzt, weil sie Gemeindemitglieder nicht vor bekannten Kinderschändern schützten und Reformbemühungen unterliefen. Auf der Liste stehen zudem Kardinäle aus Mexiko, Honduras, Australien, Kanada und Argentinien.

Die katholischen Prälaten müssten "aufhören zu behaupten, dass mit Blick auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker und Vertuschung das Schlimmste vorüber ist", fordert SNAP-Vorstand Clohessy. "Tragischerweise liegt das Schlimmste so gut wie sicher noch vor uns." Die ganze Wahrheit über den "weitverbreiteten, lang dauernden und tief verwurzelten" Missbrauch müsse in vielen Ländern erst noch aufgedeckt werden.

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Quelle: n-tv.de

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